Ein Kreuz zur Erinnerung an einen Verkehrstoten steht an einer Landstraße in Niedersachsen. | Bildquelle: dpa

Corona-Auswirkungen Zahl der Verkehrstoten auf Tiefststand

Stand: 21.08.2020 16:48 Uhr

Wegen der Corona-Krise gab es im ersten Halbjahr viel weniger Verkehrsteilnehmer als sonst - und deswegen so wenige Verkehrstote wie noch nie seit 1990. Aber regional sind die Unterschiede beträchtlich.

Noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung sind weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt worden als im ersten Halbjahr 2020. Das wegen der Pandemie geringere Verkehrsaufkommen habe sich deutlich ausgewirkt, erklärte das Statistische Bundesamt.

In den ersten sechs Monaten starben demnach 1281 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen. Nach vorläufigen Ergebnissen waren das 195 Menschen oder 13,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2019. Die Zahl der Verletzten ging demnach um 18,7 Prozent auf knapp 148.100 zurück.

Höchstes Risiko in Brandenburg, niedrigstes in Hamburg

ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh führte die Ergebnisse vor allem auf die Abnahme des Verkehrs außerhalb der Städte zurück. Vor allem auf Landstraßen gebe es sonst die meisten schwere Unfälle.

Bundesweit starben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in Deutschland je einer Million Einwohner 15 Menschen im Straßenverkehr. Es gab aber nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutliche regionale Unterschiede. Das höchste Risiko gab es in Brandenburg mit 27 Verkehrstoten je einer Million Einwohner, Sachsen-Anhalt mit 24 sowie Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit jeweils 22. In den Stadtstaaten Hamburg und Berlin mit vier beziehungsweise acht Verkehrstoten je einer Million Einwohner war das Risiko am kleinsten.

Unfallforscher Siegfried Brockmann sagte der Nachrichtenagentur dpa, Fußgänger und Fahrradfahrer hätten von der Entwicklung der Unfallzahlen zwar ebenfalls profitiert, "aber in erheblich geringerem Maße". Der Umstieg aufs Fahrrad habe vielmehr zum Beispiel in Berlin zu einem Anstieg der Unfälle mit Fahrradfahrern geführt. Sollten auch nach dem Ende der Pandemie mehr Menschen Fahrrad fahren, könne dies auch eine höhere Unfallgefahr bedeuten, wenn die Infrastruktur nicht entsprechend verändert werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2020 um 09:00 Uhr.

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