Ein Kreuz an der Straße für ein Unfallopfer | Bildquelle: dpa

Zahl der Verkehrstoten Tempo bleibt lebensgefährlich

Stand: 21.07.2020 10:46 Uhr

In Deutschland sterben immer seltener Menschen bei Verkehrsunfällen. Die Zahl der Verkehrstoten sank im vergangenen Jahr erneut. Doch die Zahlen zeigen auch: Wer zu schnell fährt, riskiert Leben.

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland ist rückläufig. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hervor. Demnach starben im Jahr 2019 insgesamt 3046 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr.

Diese Gesamtzahl ist nach Angaben des Bundesamtes deutlich zurückgegangen. Seit 2010 sank sie um knapp 17 Prozent und ist damit der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren.

Viele Tote bei überhöhter Geschwindigkeit

Fast ein Drittel der Menschen, die bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben kamen, starb bei sogenannten Geschwindigkeitsunfällen. Das sind Fälle, bei denen laut Polizei Unfallbeteiligte zu schnell fuhren.

Nach Angaben der Statistikerinnen und Statistiker starben 2019 bei derartigen Unfällen 963 Menschen. 53.687 Menschen wurden verletzt, 13.769 Personen erlitten schwere Verletzungen.

Die Zahl der Toten bei Geschwindigkeitsunfällen ist insgesamt jedoch ebenfalls rückläufig. Seit 2010 sank die Zahl um knapp 33 Prozent. Allerdings würde in Deutschland, rein statistisch gesehen, 2019 immer noch alle 9 Stunden ein Mensch bei einem Geschwindigkeitsunfall sterben, so das Bundesamt in seiner Pressemitteilung.

Neuer Stoff für Tempolimit?

Laut dem Bundesamt stellte die Polizei in mehr als 41.000 Fällen eine nicht angepasste Geschwindigkeit bei Unfällen mit Personenschaden fest. In 2130 Fällen sei dabei zu schnell gefahren worden.

Die Diskussionen rund um das Thema Geschwindigkeit im Straßenverkehr waren zuletzt wieder aufgeflammt. Der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck hatte ein generelles Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen gefordert und dieses als eine der ersten Maßnahmen einer neuen Bundesregierung mit Grünen-Beteiligung angekündigt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 21. Juli 2020 um 10:02 Uhr.

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