Ein Polizeifahrzeug fährt an einem Holzkreuz am Straßenrand vorbei. | Bildquelle: dpa

Statistisches Bundesamt Zahl der Verkehrstoten auf Tiefstand

Stand: 14.07.2020 12:28 Uhr

Noch nie seit Beginn der Statistik gab es in Deutschland so wenige Verkehrstote wie im vergangenen Jahr. Allerdings stieg die Zahl der Unfälle auf einen Rekordwert. Besonders gefährdet sind Radfahrer.

Im vergangenen Jahr sind 3046 Menschen bei Verkehrsunfällen in Deutschland gestorben. Das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren.

Wie das Statistische Bundesamt bei der Veröffentlichung der endgültigen Zahlen mitteilte, ging die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurück.

Gleichzeitig zählte die Polizei auf den deutschen Straßen 2,7 Millionen Verkehrsunfälle - so viele wie noch nie seit 1991. Die Zahl der Verletzten sank im Vergleich zu 2018 um drei Prozent auf 384.000.

Die meisten Unfälle gibt es innerhalb der Ortschaften

Die Statistiker teilten mit, dass sich die meisten Unfälle innerhalb von Ortschaften (69,2 %) ereigneten. Tödlich endeten aber vor allem Zusammenstöße auf Landstraßen und Autobahnen. Auf letzteren starb jeder zehnte Unfallbeteiligte nach einem Crash.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gehen die schlimmen Folgen bei Unfällen auf Autobahnen und Landstraßen unter anderem auf höhere Fahrgeschwindigkeiten zurück. Auf Landstraßen gebe es zudem Risikofaktoren wie fehlende Trennung des Gegenverkehrs, schlechte Überholmöglichkeiten, Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse wie Bäume neben der Fahrbahn. 

Trauriger Rekord bei Radfahrern

Die Zahl der Verkehrstoten sinkt seit Jahrzehnten - mit kleinen Ausreißern. 1970 wurde mit mehr als 21.000 Verkehrstoten der bisherige Spitzenwert erreicht. Im Vergleich zu 2010 sank die Zahl der Verkehrstoten um 16,5 Prozent. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den wichtigsten Beteiligten am Straßenverkehr:

Die Zahl der tödlich verunglückten Autofahrer sank in den vergangenen neun Jahren um mehr als ein Viertel (25,9 %). Auch bei Kraftrad-, Mofa- und Motorradfahrern verzeichnet die Statistik eine positive Tendenz: minus 14,7 Prozent. Bei Fußgängern lag der Rückgang bei 12,4 Prozent.

Einen traurigen Rekord gab es allerdings bei Radfahrern. Dort stieg die Zahl der tödlichen Unfälle seit 2010 um 16,8 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Juli 2020 um 12:00 Uhr.

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