Symbolbild zur Cyberattacken | Bildquelle: dpa

Warnung vor russischen Cyberattacken Angriffsziel Deutschland

Stand: 13.05.2016 14:51 Uhr

Der Verfassungsschutz warnt vor massiven Cyberangriffen russischer Geheimdienste auf deutsche Ziele. Es gehe nicht mehr nur um Spionage, sondern auch um Sabotage. Die Attacke auf das Netz des Bundestages schreibt der Verfassungsschutz ebenfalls Russland zu.

Deutschland ist nach Ansicht des Bundesamtes für Verfassungsschutzes (BfV) das Ziel großangelegter Cyberattacken der russischen Geheimdienste. Einige dieser Operationen lassen sich über eine Zeitspanne von sieben bis elf Jahren zurückverfolgen", teilte das BfV mit. "Der Cyberraum ist ein Ort hybrider Kriegführung", warnte Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen. Regierung, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung in Deutschland seien dadurch ebenso wie die kritischen Infrastrukturen permanent bedroht.

Gestern war bekannt geworden, dass die CDU-Zentrale von Kanzlerin Angela Merkel Ziel eines vermutlich aus Russland gesteuerten Hacker-Angriffs geworden ist. Hinter der Attacke werden russische Hacker mit staatlichem Hintergrund vermutet.

Russland steckt wohl hinter Attacke auf Bundestagsnetz

Verfassungsschutzpräsident Maaßen
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Verfassungsschutzpräsident Maaßen sieht russische Hacker hinter dem Angriff auf das Netz des Bundestages.

Die vom Verfassungsschutz beobachteten Cyberattacken dienten in aller Regel der Spionage. "Inzwischen zeigen russische Nachrichtendienste aber auch die Bereitschaft zu Sabotage", fügte Maaßen hinzu. Die Angriffe russischer Geheimdienste auf Computersysteme in Deutschland sind nach Einschätzung des Verfassungsschutzes Teil eines mehrjährigen, international ausgerichteten Cyber-Feldzugs, der "auf eine umfassende strategische Informationsgewinnung" ziele. Besonders aggressiv sei die Kampagne "Sofacy/APT 28", bei der Schadsoftware über infizierte E-Mails auf Computern eingeschleust wird. Der Verfassungsschutz hat nach eigenen Angaben Anhaltspunkte für eine Steuerung der Kampagne durch den russischen Staat.

Das BfV bestätigte, dass auch der im Mai 2015 bekannt gewordene Angriff auf das interne Datennetz des Deutschen Bundestags im Zusammenhang mit "Sofacy/APT 28" stehe. Die Täter verschafften sich Zugang zum Computernetz des Parlaments und saugten über Wochen massenhaft Daten ab. Das Netz wurde daraufhin neu aufgesetzt.

"Neben "Sofacy" bereitet dem Verfassungsschutz auch die "Sandworm"-Kampagne sorgen. Diese russischen Cyberangriffe haben den Angaben zufolge vor allem Sabotage zum Ziel und gelten neben Regierungsstellen auch Telekommunikationsunternehmen, Energieversorgern sowie Hochschul- und Bildungseinrichtungen.

Bundesregierung sieht sich gut geschützt

Das Bundesinnenministerium erklärte, man gehe grundsätzlich von einer hohen Bedrohungslage aus. Mit der IT-Sicherheitsstrategie gebe es einen sehr starken Schutz der Kommunikationssysteme der Bundesregierung. "Da sind wir wirklich gut aufgestellt", sagte ein Ministeriumssprecher. Der Sprecher das Verteidigungsministeriums verwies auf die gesonderte Abteilung, die derzeit im Kampf gegen Cyber-Attacken auf das Militär aufgebaut werde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Mai 2016 um 20:00 Uhr.

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