Der Frankfurter Hauptbahnhof am Tag nach der tödlicher Attacke eines 40-Jährigen, bei der ein Achtjähriger starb. | Bildquelle: REUTERS

Attacke am Frankfurter Bahnhof Verdächtiger kommt in Psychiatrie

Stand: 29.08.2019 15:14 Uhr

In den Ermittlungen zu dem in Frankfurt vor einen Zug gestoßenen Kind liegt nun ein Gutachten vor. Demzufolge leidet der Verdächtige an einer "paranoiden Schizophrenie". Seine "Einsichts- und Steuerungsfähigkeit" sei erheblich vermindert.

Der Mann, der am Frankfurter Hauptbahnhof einen achtjährigen Jungen vor einen Zug gestoßen haben soll, kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus. Der Haftrichter habe den Ende Juli erlassenen Haftbefehl in einen Unterbringungsbefehl umgewandelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach Angaben eines Gutachters leide er an einer "Erkrankung aus dem schizophrenen Spektrum".

Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Mordes und des versuchten Mordes dauern unabhängig davon an.

Eine Gefahr für die Allgemeinheit

Laut Staatsanwaltschaft geht der Gutachter davon aus, dass die "paranoide Schizophrenie" zur Tatzeit akut vorgelegen und kausal in Zusammenhang mit den Taten gestanden habe. Es sei "zumindest von einer erheblich verminderten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit" auszugehen, erklärte die Behörde. Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus sei erforderlich, weil der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle.

Hinweise auf Alkohol- oder Drogenkonsum hatten sich bei dem Verdächtigen nicht ergeben. Das sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Frankfurt gestern unter Verweis auf Untersuchungen. Resultate zu möglichen Medikamenteneinnahmen lagen noch nicht vor. "Da warten wir noch auf das Ergebnis", sagte die Sprecherin.

Mutter konnte sich abrollen

Der 40-Jährige aus der Schweiz soll Ende Juli im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main einen achtjährigen Jungen und seine Mutter vor einem einfahrenden ICE gestoßen haben. Die Mutter konnte sich abrollen und überlebte. Das Kind starb. Der Mann versuchte laut Ermittlern zudem, eine weitere Frau auf die Gleise zu stoßen.

Der Verdächtige ist ein Familienvater mit eritreischer Staatsangehörigkeit. Er hatte wenige Tage vor der Tat in seinem Wohnort in der Schweiz eine Nachbarin angegriffen sowie seine Frau und seine Kinder in der Familienwohnung eingesperrt. Danach tauchte er unter und wurde in der Schweiz national zur Fahndung ausgeschrieben. Er reiste aus ungeklärten Gründen nach Frankfurt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. August 2019 um 15:00 Uhr.

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