Die Venus vor der Sonne

Venus passiert Sonne Eine Begegnung der besonderen Art

Stand: 06.06.2012 08:37 Uhr

Weltweit haben viele Menschen ein seltenes astronomisches Phänomen verfolgt: Der Planet Venus zog aus Sicht der Erde an der Sonne vorbei. Bei dem sogenannten Venustransit war der Himmelskörper als kleiner schwarzer Fleck vor der Sonne zu sehen.

Das Phänomen ähnelt damit einer Sonnenfinsternis, bei der sich - von der Erde aus gesehen - der Mond vor die Sonne schiebt. Allerdings erscheint die Venus aufgrund ihrer weitaus größeren Entfernung zur Erde als viel kleinere schwarze Fläche und bedeckt nur einen minimalen Teil der Sonne.

Wolken stören Beobachtung

Wer das Phänomen mit eigenen Augen sehen wollte, musste eine Schutzbrille aufsetzen und zugleich Glück haben. Denn Wolken verhinderten am frühen Morgen in Deutschland vielerorts die Beobachtung. "Der größte Teil hat leider Pech gehabt. Dazu ist die Front mit den Wolkengebieten zu schnell reingekommen", sagte Meteorologe Torsten Walter vom Deutschen Wetterdienst. Nur 20 Prozent der Menschen in Deutschland hatten die Chance, das Schauspiel zu sehen.

Von Deutschland aus konnte das Ereignis am frühen Morgen nur etwa zwei Stunden beobachtet werden. In anderen Ländern waren es bis zu sechs Stunden. Weltweit hatten viele astronomische Gesellschaften öffentliche Beobachtungsstationen eingerichtet. In der philippinischen Hauptstadt Manila verzogen sich Dunstschwaden kurz nach Sonnenaufgang und machten einen klaren Blick auf die Sonne frei. In Melbourne hatten sich Regenwolken kurz vor Sonnenaufgang aufgelöst. Australien galt als besonders guter Beobachtungsstandort. Dort konnte man den Venustransit bei klarem Himmel vollständig sehen.

Baggerfahrer unterbricht NASA-Übertragung

Die US-Weltraumbehörde NASA übertrug das seltene Ereignis aus Australien auf ihrer Webseite. Dabei kam es allerdings zu einer Panne. Ein Baggerfahrer durchtrennte bei Straßenarbeiten in Mataranka rund 420 Kilometer südlich von Darwin in Australien versehentlich ein Glasfaserkabel, das für die Übertragung genutzt wurde. Deshalb startete die NASA-Übertragung erst mit einer Stunde Verspätung.

Der Planet Venus zieht aus Sicht der Erde nur sehr selten vor der Sonne vorbei. Die nächste Passage dieser Art wird erst in mehr als 100 Jahre zu sehen sein: im Jahr 2117. In Europa wird eine Beobachtung sogar erst wieder im Jahr 2125 möglich sein.

Darstellung: