"Klimahysterie" ist das Unwort des Jahres 2019 | Bildquelle: dpa

Entscheidung von Sprach-Jury "Klimahysterie" ist Unwort des Jahres

Stand: 14.01.2020 14:29 Uhr

Eine sprachkritische Jury hat "Klimahysterie" zum Unwort des Jahres 2019 gekürt. Mit dem Ausdruck würden "Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und Debatten diskreditiert", hieß es zur Begründung.

"Klimahysterie" ist das Unwort des Jahres 2019. Mit dem Wort würden "Klimaschutzbemühungen und die Klimaschutzbewegung diffamiert und Debatten diskreditiert", erklärte eine Jury aus Sprachwissenschaftlern der Technischen Universität Darmstadt zur Begründung.

"Klimahysterie" ist Unwort des Jahres 2019
tagesschau 14:00 Uhr, 14.01.2020, Uli Meerkamm, HR

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Der Begriff sei von mehreren Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien benutzt worden, so die Jury weiter. "Er pathologisiert pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose." Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel sei das Wort zudem "irreführend und stützt in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen".

Unwort des Jahres | Bildquelle: dpa
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Das Unwort des Jahres wird seit 1991 gekürt. Die Wahl der Jury wendet sich diesmal gegen die Kritiker der Klimaschutzbemühungen.

Knapp 400 Vorschläge

Nach Angaben der sprachkritischen Aktion waren 671 Einsendungen mit 397 Vorschlägen eingereicht worden. Standen jahrelang Flüchtlingspolitik und Migration im Fokus, rücken nun Ökologie und Klimadebatte mehr in den Mittelpunkt, wie es hieß.

Rund 50 Vorschläge entsprachen in diesem Jahr den Kriterien. Die Zahl der Einsendungen ging erneut zurück. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 900. Früher gab es auch schon mal deutlich über 2000 Vorschläge.

Im vergangenen Jahr war der Ausdruck "Anti-Abschiebe-Industrie" zum Unwort 2018 gekürt worden. Der Chef der CSU-Abgeordneten im Bundestag, Alexander Dobrindt, hatte den Begriff geprägt.

Die sprachkritische Aktion möchte mit ihrem alljährlichen "Unwort" auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Das Unwort wird seit 1991 gekürt.

Die "Unwörter" der vergangenen zehn Jahre

Das Unwort des Jahres soll aktuelle Diskussionen abbilden und gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen. Gekürt wird es seit 1991. Hier die "Unwörter" der vergangenen zehn Jahre:

2019: "Klimahysterie"
2018 - "Anti-Abschiebe-Industrie"
2017 - "Alternative Fakten"
2016 - "Volksverräter"
2015 - "Gutmensch"
2014 - "Lügenpresse"
2013 - "Sozialtourismus"
2012 - "Opfer-Abo"
2011 - "Döner-Morde"
2010 - "alternativlos"

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Januar 2020 um 11:00 Uhr.

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