Einsatzkräfte helfen bei den Bergungsarbeiten auf einer Tunnelbaustelle in Stuttgart. | dpa

Westen und Südwesten Deutschlands Mindestens ein Toter bei heftigen Unwettern

Stand: 05.06.2021 15:58 Uhr

Blitzeinschläge, Starkregen, überflutete Straßen: Unwetter haben im Westen und Südwesten Deutschlands für Hunderte Einsätze gesorgt. In Stuttgart kam ein Bauarbeiter ums Leben, in Düsseldorf wurde ein Mädchen schwer verletzt.

Unwetter mit Sturmböen und heftigem Regen haben am Freitagabend im Westen und Südwesten Deutschlands ganze Hundertschaften an Einsatzkräften beschäftigt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben.

Nach Angaben der Polizei starb in Stuttgart ein 65-jähriger Arbeiter auf einer Tunnelbaustelle. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Regen einen unterirdisch verlaufenden Bach am Nachmittag stark anschwellen lassen. Das Wasser unterspülte ein Gerüst, riss es um und mehrere Arbeiter mit sich. Während drei von ihnen in ein Krankenhaus gebracht wurden, konnte der 65-Jährige nur noch tot geborgen werden.

Mädchen bei Blitzeinschlag verletzt

In der nordrhein-westfälischen Hauptstadt Düsseldorf stürzte ein Kind nach einem Blitzeinschlag mit seinem Fahrrad auf die Straße und wurde daraufhin von einem Auto angefahren. Das zwölfjährige Mädchen, das laut Feuerwehr vermutlich einen Stromschlag erlitt, kam mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus.

Auch im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen rückten Hunderte Einsatzkräfte wegen der Unwetter aus. Ein Großteil der rund 430 Einsätze habe sich im Stadtgebiet Hennef ereignet, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zahlreiche Keller seien vollgelaufen und Hänge abgerutscht. Es sei "massiv" Feuerwehr im Einsatz.

Wasser steht in einer Bahnhofsunterführung im nordrhein-westfälischen Hennef. | dpa

Eine Bahnhofsunterführung im nordrhein-westfälischen Hennef stand unter Wasser. Bild: dpa

Brennender Dachstuhl in Köln

Auch in Köln kam es zu mehr als 500 Einsätzen wegen der Unwetter. Betroffen war laut Feuerwehr vor allem der Norden der Stadt. Unter anderem geriet ein Dachstuhl nach einem Blitzeinschlag in Brand. Das Feuer konnte aber unter Kontrolle gebracht werden. Verletzte gab es nicht.

In Hessen, genauer im Hochtaunuskreis, sah es ähnlich aus. Dort kam es zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr. Vor allem im Raum Neu-Anspach seien Straßen überflutet worden und Keller vollgelaufen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr-Leitstelle des Hochtaunuskreises.

Zu Überschwemmungen kam es auch in Teilen Thüringens. In Zella-Mehlis wurde eine Bundesstraße überflutet, in der Gemeinde Mosbach in Wutha-Farnroda im Wartburgkreis standen Teile des Ortes bis zu 20 Zentimeter unter Wasser. Die Landeseinsatzzentrale zählte zudem mehr als ein Dutzend Autounfälle auf regennassen Fahrbahnen. 

Wetterdienst warnt vor weiteren schweren Gewittern

Der Deutsche Wetterdienst warnte für den Verlauf des Tages vor weiteren schweren Gewittern von der Nordsee bis nach Sachsen und Ostbayern. Betroffen seien Teile der Bundesländer Bayern, Thüringen, Sachsen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, wie die Meteorologen in Offenbach mitteilten. Es drohten örtliche Blitzschäden, Überflutungen von Kellern und Straßen sowie Hagelschäden an Gebäuden, Autos und auf Äckern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Juni 2021 um 09:00 Uhr.