Ein abgesoffenes Auto steht nach schweren Unwettern im Juni 2021 in der überfluteten Autounterführung am Österreichischen Platz in Stuttgart. | dpa

Schwere Unwetter im Juni Versicherer rechnen mit Milliardenkosten

Stand: 08.07.2021 14:57 Uhr

Starkregen, Sturm und Hagel - im Juni wurden weite Teile Deutschlands von schweren Unwettern getroffen. Für die Versicherer folgen daraus Kosten von rund 1,7 Milliarden Euro. Solch heftige Wetterlagen könnten künftig öfter auftreten.

Im vergangenen Monat sind gleich mehrere schwere Unwetter über weite Teile Deutschlands hinweggezogen. Die dadurch verursachten Schäden könnten deutsche Versicherer bis zu 1,7 Milliarden Euro kosten. Diese Schätzung veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

In der zweiten Junihälfte trafen zunächst vor allem Süddeutschland die heftigen Unwetter. In Baden-Württemberg ging schwerer Hagel nieder. Die Körner waren teilweise so groß wie Tennisbälle. Danach sorgten die Gewitter mit Sturm und starken Regenfällen auch in anderen Gebieten für Überschwemmungen.

Zweitgrößte Schäden seit rund 20 Jahren

"Es hat sich erneut gezeigt, welch große Schäden Hagel und Starkregen innerhalb kürzester Zeit anrichten können", erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Die Unwetter hätten die zweitgrößten Schäden durch Hagel und Starkregen seit etwa 20 Jahren verursacht.

Der GDV bezifferte die Sachschäden durch Hagel an Gebäuden und Hausrat auf voraussichtlich etwa 600 Millionen Euro. Höhere Schäden durch Hagel habe zuletzt der Sturm "Andreas" verursacht, der die Versicherer etwa zwei Milliarden Euro teurer zu stehen kam.

400 Millionen Euro Wasserschäden

Wasserschäden infolge des Starkregens machten den Schätzungen zufolge circa 400 Millionen Euro aus. Größere Schäden hatte der GDV zuletzt 2016 nach einem Unwetter mit Starkregen gemeldet: Damals mussten die Versicherer Werte in Höhe von rund 480 Millionen Euro ersetzen.

Nach den jüngsten Unwettern kämen zudem noch rund 700 Millionen Euro an Kosten für Autoversicherer. Etwa 275.000 Fahrzeuge seien durch Hagelschlag beschädigt worden.

GDV-Geschäftsführer Asmussen rechnet seiner Aussage zufolge damit, dass in Zukunft solche heftigen Wetterlagen öfter in Deutschland auftreten werden. Auch die Intensität von Unwettern werde zunehmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Juli 2021 um 14:00 Uhr.