Das zusammengestürzte Dach einer Tankstelle in Wuppertal | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shu

Unwetter in NRW Chaotische Szenen in Wuppertal

Stand: 30.05.2018 04:11 Uhr

Eingestürzte Dächer, überflutete Unigebäude und ein vollgelaufenes Einkaufszentrum: In Wuppertal haben schwere Gewitter große Schäden angerichtet. Auch für heute werden teils heftige Unwetter erwartet.

Ein heftiges Unwetter in Nordrhein-Westfalen hat in Wuppertal zu chaotischen Szenen geführt und Teile des Nahverkehrs lahmgelegt.

Wassermassen brachten das Dach einer Tankstelle zum Einsturz. Insgesamt 14 Fahrzeuge standen darunter, als es zur Seite kippte und auf den Asphalt krachte. Ein Fahrer konnte sich leicht verletzt retten. Es sei eine "unfassbare Situation" gewesen, sagte eine Polizeisprecherin.

Auch die Universität meldete schwere Schäden. An einem Gebäude stürzten etwa 30 bis 50 Quadratmeter eines Daches ein. Der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude wurden überflutet. Hochschuldirektor Lambert Koch sprach von "erheblichem Schaden". In den Kellerräumen waren demnach Einrichtungen unterschiedlicher Fakultäten untergebracht. Verletzte wurden zunächst aber nicht gemeldet.

Wassermassen drangen zudem in ein Einkaufszentrum ein. In das Tiefgeschoss sei am Nachmittag Wasser gelaufen, sagte ein Polizeisprecher.

Das Untergeschoss eines Einkaufszentrums steht nach heftigen Regenfällen unter Wasser. | Bildquelle: dpa
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Das Untergeschoss eines Einkaufszentrums steht nach heftigen Regenfällen unter Wasser.

Aufräumarbeiten werden mehrere Tage dauern

Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn in der Region Wuppertal den Zugverkehr ein. Auch die Wuppertaler Schwebebahn, das Wahrzeichen der Stadt, stellte den Betrieb ein.

Nach den massiven Regenfällen herrsche in der Stadt "offensichtlich der Ausnahmezustand", teilte die Feuerwehr am späten Abend mit. Mehr als 500 Einsätze standen demnach noch aus. "Die Infrastrukturschäden werden ganz erheblich sein", sagte eine Sprecherin der Stadt Wuppertal. Die Reparatur- und Aufräumarbeiten könnten mehrere Tage dauern - mindestens.

Schwere Unwetter in Nordrhein-Westfalen
nachtmagazin 00:25 Uhr, 30.05.2018, Sybille Schultz, WDR

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Gedenkakt in Solingen abgebrochen

Auch aus anderen Teilen von Nordrhein-Westfalen wurden hunderte Einsätze der Feuerwehr wegen über die Ufer tretender Bäche, überschwemmter Straßen und Keller gemeldet. 

In Solingen wurde wegen des Unwetters der Gedenkakt zum Brandanschlag vor 25 Jahren abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie wurden danach von den Veranstaltern zum Verlassen des Ortes aufgefordert.

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte.

Auch heute teils heftige Gewitter

Auch für heute erwarten die Meteorologen teils heftige Gewitter. Wegen der langsamen Verlagerung der Gewitter drohe neben drei Zentimeter dickem Hagel auch heftiger Starkregen von bis zu 40 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit. Vereinzelt könnten sogar Regenmengen von mehr als 60 Litern in wenigen Stunden zusammenkommen, was je nach Gelände zu Überschwemmungen führen kann. Normalerweise liegt das Regen-Soll für den gesamten Monat Mai in Deutschland bei 72 Litern pro Quadratmeter.

An diesem Mittwoch soll sich die Gewitteraktivität weiter in Richtung Nordosten verlagern. "Dann muss in einem breiten Streifen von der Nordsee und dem Emsland bis zum Bayerischen Wald und dem Oderbruch mit zum Teil schweren Gewittern gerechnet werden", sagte DWD-Meteorologe Sebastian Schappert. "Auch ganz im Südwesten, besonders über dem Schwarzwald, können sich im Tagesverlauf erneut kräftige Gewitter bilden." Wo es tatsächlich kracht, ist jedoch kaum vorherzusehen. Die Wettermodelle können das Gewitterrisiko räumlich nicht genauer auflösen.

Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 30. Mai 2018 um 00:25 Uhr.

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