Aufräumarbeiten in Lasbeck nach dem Hochwasser | WDR/Christian Hoeper

Unwetter-Katastrophe Wie und wo in NRW geholfen werden kann

Stand: 16.07.2021 09:50 Uhr

Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist riesig - aber was kann der Einzelne jetzt tun? Was ist sinnvoll, was sollte unterbleiben? Folgendes hilft jetzt am meisten:

Mit dem Starkregen kam die Katastrophe, die auch diejenigen stark berührt, die nicht unmittelbar betroffen sind. Der Wunsch und die Bereitschaft, jetzt zu helfen und mit anzupacken ist enorm. Aber wie macht man das am besten? Wie lässt sich, neben Spenden, auch ganz praktisch unterstützen?

Keine Hilfslieferung auf eigene Faust

Die Infrastruktur ist in weiten Teilen der betroffenen Gebiete zusammengebrochen: Straßen sind unterspült, unpassierbar, gesperrt. Der Strom ist mancherorts ausgefallen, Mobilfunk-Netze zusammengebrochen. Die Gefahrenlage ist insbesondere in den evakuierten Gebieten wie im Kreis Euskirchen, wo die Mauer der Steinbachtalsperre immer noch zu brechen droht, akut.

Darum rät der Kreis Euskirchen auch davon ab, das Auto beispielsweise mit Lebensmitteln und Sachspenden vollzupacken und einfach loszufahren. "Das schätzen wir sehr kritisch ein", sagt Tamara Empt, Sprecherin des Kreises Euskirchen. Denn oberstes Gebot sei, dass man sich nicht selbst gefährdet.

Um die enorme Hilfsbereitschaft zu kanalisieren, arbeite man gerade zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz daran, eine Hotline einzurichten. Sie soll Hilfesuchende und Hilfsbedürftige zueinander bringen. Eine zentrale Anlaufstelle seien die betroffenen Kommunen und Kreise.

Was jetzt gebraucht wird

Eine Welle der Hilfsbereitschaft erlebt gerade die Feuerwehr in Bergisch Gladbach: "Insbesondere Familien- und Nachbarschaftshilfe macht an vielen Stellen, die zuvor durch Notruf Hilfe angefordert hatten, einen Einsatz nun überflüssig." Simon Schwab, Sprecher der Feuerwehr, fasst zusammen, was aktuell am dringendsten gebraucht wird: "Kleidung, Obdach, Nahrung."

"Wir haben gesehen, wie eine Familie mit einem Handkarren durch eine Straße gezogen ist und einfach Suppe an alle verteilt hat", berichtet Schwab. Wer helfen wolle, solle einfach mit offenen Augen durch seinen Ort gehen und Betroffene fragen, was gebraucht wird. Sinnvoll sei es auch, sich über Social Media zu informieren. Dort würden schnell und unkompliziert Helfende und Bedürftige zueinander finden.

Beispiel Bonn - Unterkünfte

Wie überwältigend die Hilfsbereitschaft ist, zeigt die Reaktion auf einen Tweet der Bonner Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne): Sie hatte die Bevölkerung gebeten, Unterkünfte für Evakuierte aus den stark betroffenen Nachbargemeinden anzubieten.

Stunden später lagen über 600 konkrete Angebote vor, berichtet die Stadt Bonn. Viele von ihnen könnten aber erst in den nächsten Tagen kontaktiert werden, schreibt Dörner.

Auch wenn die angebotene Hilfe mitunter nicht sofort angenommen werden kann, ist es wichtig, dass es sie gibt. Der Sprecher der Feuerwehr Bergisch Gladbach, Schwab, bringt es auf den Punkt: "Mit einem Hilfsangebot kann man nie falsch liegen. Das wird höchstens abgelehnt."