Ein Kind an der Hand eines Erwachsenen, Rückenansicht. | Bildquelle: AP

Geld für Trennungskinder Unterhaltssätze steigen stärker als erwartet

Stand: 13.11.2020 13:07 Uhr

Der Mindestunterhalt für Kinder steigt ab dem kommenden Jahr in allen Altersstufen - und zwar stärker als erwartet. Das sieht eine neue Rechtsverordnung des Bundesjustizministeriums vor.

Die Unterhaltssätze für minderjährige Kinder steigen zum Jahreswechsel stärker als bislang angenommen. Eine Rechtsverordnung des Bundesjustizministeriums sieht vor, dass beispielsweise der Mindestunterhalt für Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahrs auf 393 Euro monatlich steigt. In der bisher gültigen Fassung der Verordnung war eine Anhebung auf lediglich 378 Euro vorgesehen. Derzeit beträgt der Mindestsatz 369 Euro.

Kindern soll es gutgehen

Der aktuelle Existenzminimumbericht belege, dass der Bedarf deutlich gestiegen sei, erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht. "Ich betrachte es daher als zwingend, den Mindestunterhalt bereits ab dem kommenden Jahr zu erhöhen." Sie wolle sicherstellen, "dass unseren Kindern alle Mittel zur Verfügung stehen, die für die Sicherung ihres täglichen Bedarfs benötigt werden".

Die neue Rechtsverordnung sieht für Kinder von sieben bis zwölf Jahren eine Anhebung auf 451 Euro statt auf 434 Euro vor. Derzeit liegt der Betrag bei 424 Euro. Bei älteren Kindern unter 18 werden ab dem Jahreswechsel mindestens 528 Euro fällig. Zuvor waren lediglich 508 Euro vorgesehen. Der aktuelle Mindestbetrag liegt bei 497 Euro.

Wichtige Bemessungsgrundlage

Der Mindestunterhalt dient Gerichten als Rechtsgrundlage für die Bemessung des Kindesunterhalts, etwa nach einer Scheidung. Er ist auch die Grundlage für die Höhe des Unterhaltsvorschusses, den Jugendämter leisten, wenn ein Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt.

Über dieses Thema berichtete mdr aktuell am 13. November 2020 um 13:30 Uhr.

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