Horst Seehofer  | Bildquelle: AFP

Kritik an Seehofer Völlig losgelöst?

Stand: 14.07.2018 12:51 Uhr

Das Agieren von Seehofer "verwundert und befremdet mittlerweile viele". Sagt nicht die SPD. Sondern Seehofers Vorgänger als CSU-Chef, Huber. Er kritisiert, man könne eine Volkspartei nicht "vom Raumschiff aus steuern".

Die Flüchtlingspolitik von Bundesinnenminister Horst Seehofer sorgt auch in Reihen der CSU zunehmend für Irritationen. "Sein Agieren verwundert und befremdet mittlerweile viele", sagte Seehofers Vorgänger im Amt des CSU-Chefs, Erwin Huber, dem "Spiegel". Im bayerischen Landtag sei bei der CSU "die anfänglich volle inhaltliche Zustimmung zu Seehofers Asylpolitik einem Ratespiel gewichen".

Huber ergänzte, er werde von vielen gefragt, ob Seehofer die Landtagswahl und damit den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) belasten wolle oder das billigend in Kauf nehme. Mit Blick auf Seehofers Tendenz, einsame Entscheidungen zu fällen, sagte er: "Man kann eine Volkspartei nicht vom Raumschiff aus steuern."

Initative "Union der MItte" will Änderung in Stil und Wortwahl
tagesthemen 23:25 Uhr, 14.07.2018, Alf Meier, BR

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Offenbar Zulauf für "Union der Mitte"

Dem Bericht zufolge ist an der CSU-Basis wachsender Widerstand gegen die Parteiführung zu erkennen, der sich auch in regem Zulauf für die "Union der Mitte" niederschlage. Diese von liberalkonservativen CSU-Mitgliedern sowie Amts- und Mandatsträgern gemeinsam mit Gleichgesinnten aus der CDU gegründete Initiative sei in den vergangenen drei Wochen auf rund 1200 Unterstützer angewachsen.

Auch die Kritik an Seehofers Äußerung über Abschiebungen reißt nicht ab. Der Innenminister hatte am Dienstag bei der Vorstellung seines "Masterplans Migration" gesagt: "Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 - das war von mir nicht so bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war."

Julia Klöckner | Bildquelle: dpa
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Geht auf Distanz zum CSU-Chef: Landwirtschaftsministerin Klöckner.

Klöckner distanziert sich

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sagte im SWR, jeder sei selbst verantwortlich für das, was er sage. "Ich hätte so was nicht in einen Zusammenhang gebracht." Die Reaktionen auf Seehofers Äußerungen sprächen für sich, ergänzte die CDU-Bundesvize: "Und ich kann mir vorstellen, dass Horst Seehofer, wenn er darüber nachdenkt, sich auch klar ist: Mensch, da hab ich was gesagt, was ich heute vielleicht nicht mehr so sagen würde."

Den Streit in der Union über die Asylpolitik hält Klöckner für schädlich. "Sich gegenseitig Keulen überzuziehen", helfe am Ende nur der AfD. Die Schuld für die Auseinandersetzung sieht sie aber nicht allein bei Seehofer. Er habe zudem Vorschläge aus dem Koalitionsvertrag in seinen Migrationsplan aufgenommen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. Juli 2018 um 13:24 Uhr.

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