Donaulimes | dpa

Entscheidung der UNESCO Donaulimes zum Welterbe ernannt

Stand: 30.07.2021 13:01 Uhr

Deutschland kann sich mit einem weiteren Welterbe schmücken: Der Donaulimes in Bayern wurde vom UNESCO-Komitee in die Liste aufgenommen. Wegen Ungarn war die Entscheidung zuletzt noch ins Wanken geraten.

Die UNESCO hat den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches als neues Welterbe ausgezeichnet. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) gab die Entscheidung im chinesischen Fuzhou bekannt.

In seinem bayerischen Abschnitt erstreckt sich der Donaulimes von Bad Gögging im Landkreis Kelheim über Regensburg und Straubing bis nach Passau. Auf der UNESCO-Sitzung, die noch bis diesen Samstag läuft, hat Deutschland damit bereits seine fünfte Auszeichnung erhalten.

Ungarn brachte Entscheidung ins Wanken

Als Welterbe werden nur Kultur- und Naturstätten von herausragendem universellen Wert ausgezeichnet.  Vor der Entscheidung am Freitag war die Spannung gestiegen, nachdem Ungarn kurzfristig aus dem gemeinsamen Antrag mit Deutschland, Österreich und der Slowakei ausgestiegen war. 

Das Komitee hatte daraufhin die eigentlich für Montag geplante Entscheidung verschoben und zunächst eine Arbeitsgruppe für weitere Beratungen eingerichtet.  

Der Limes erstreckte sich von Großbritannien über Mittel- und Osteuropa und den Nahen Osten bis nach Nordafrika. Die UNESCO strebt die vollständige transnationale Einschreibung der 6000 Kilometer langen "Grenzen des Römischen Reiches" an.

1100 Kulturstätten in 167 Ländern

Am Dienstag war bereits der Niedergermanische Limes in die Welterbeliste aufgenommen worden, der auf rund 400 Kilometern entlang des Rheines läuft. Der Grenzabschnitt beginnt in Rheinbrohl in Rheinland-Pfalz und endet an der Nordsee in den Niederlanden. In Nordrhein-Westfalen liegen 220 Kilometer zwischen Bonn und Kleve.

Das Welterbekomitee, das über die Vergabe entschieden hat, setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention von 1972 zusammen. Es entscheidet in der Regel jährlich über die Einschreibung neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Darauf stehen mehr als 1100 Kultur- und Naturstätten in 167 Ländern. 51 davon gelten als bedroht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juli 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.