Der Herkulesbrunnen in Augsburg - Teil des ins Weltkulturerbe aufgenommenen Wassermanagements der Stadt | Bildquelle: dpa

UNESCO-Entscheidung Zwei neue Welterbe-Stätten in Deutschland

Stand: 06.07.2019 16:33 Uhr

Deutschland ist um zwei Weltkulturerbe-Stätten reicher: Die UNESCO nahm Augsburgs historisches Wassermanagementsystem und die deutsch-tschechische Region Erzgebirge/Krušnohoří in die Liste schützenswerter Kulturdenkmäler auf.

Die UNESCO hat zwei in Deutschland gelegene Stätten als Weltkulturerbe anerkannt. Bei seiner Sitzung in Aserbaidschans Hauptstadt Baku entschied das Komitee, dass das historische Bergbaugebiet Erzgebirge/Krušnohoří in Deutschland und Tschechien sowie das historische Wassermanagementsystem Augsburgs zur Liste schützenswerten Erbes gehören.

Damit kann die Bundesrepublik nunmehr 46 Welterbe-Stätten verzeichnen.

Donaulimes noch nicht erfolgreich

Zur Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří gehören mehrere Bergwerke, historische Städte und Bergbaulandschaften sowie die Bergakademie in Freiberg. Deutschland und das Nachbarland Tschechien hatten den Antrag für die Region gemeinsam bei der UNESCO eingereicht. In der Grenzregion wurde vom 15. Jahrhundert an Silber und später Uran abgebaut. Zur Bewerbung gehörten insgesamt 22 Stätten, von denen 17 in Deutschland und fünf in Tschechien liegen.

Das Wassermanagementsystem in Augsburg, das sich durch die gesamte Altstadt zieht, diente später der 1609 fertiggestellten Stadtmetzgerei zur Kühlung des Fleischs und zur Abfallentsorgung. Heute können Besucher die Anlage an mehr als 20 Stationen besichtigen.

Die Kanäle Hinterer und Mittlerer Lech sind Teil des Wasserversorgungssystems, das nun zum Weltkulturerbe zählt. | Bildquelle: RUTH PLOESSEL HANDOUT/EPA-EFE/RE
galerie

Die Kanäle Hinterer und Mittlerer Lech sind Teil des Wasserversorgungssystems, das nun zum Weltkulturerbe zählt.

Nicht geschafft hat es eine dritte deutsche Bewerbung bei der UNESCO: Gemeinsam mit Österreich, der Slowakei und Ungarn hatte die Bundesrepublik einen Antrag für den Donaulimes eingereicht, einen Abschnitt der römischen Militärgrenze. Ungarn hatte im letzten Moment Änderungen daran vorgenommen. Das Komitee befand nun, dass über den Antrag frühestens bei seiner nächsten Sitzung im Jahr 2020 entschieden werden könne.

"Enge kulturelle Verflechtung unserer Länder"

Deutsche Delegierte feierten die Anerkennung der beiden erfolgreichen Anträge. Der Augsburger Kulturreferent Thomas Weitzel sprach von einer "großen Ehre". Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dankte für die Anerkennung und grüßte mit dem Gruß der Bergarbeiter, "Glück auf!"

"Ich freue mich über die erste gemeinsame Welterbestätte mit der Tschechischen Republik", erklärte Michelle Müntefering, die Staatsministerin für internationale Kulturpolitik. Dies zeige die "enge kulturelle Verflechtung unserer Länder" und sei ein wichtiges europäisches Signal. Das Auswärtige Amt gratulierte den beiden kurz nacheinander aufgenommenen Regionen via Twitter.

Blick in die Grube Industriemuseum Besucherbergwerk Ehrenfriedersdorf, die nun zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. | Bildquelle: picture alliance/dpa
galerie

Blick in die Grube Industriemuseum Besucherbergwerk Ehrenfriedersdorf, die nun zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Babylon und Jaipur anerkannt

Die Weltkulturerbe-Komitee tagt noch bis zum 10. Juli und muss insgesamt über 36 Anträge entscheiden. Bislang stehen mehr als 1000 Kultur- und Naturstätten aus 167 Ländern auf der Weltkulturerbe-Liste.

Bei der laufenden Sitzung außerdem anerkannt wurden unter anderem die antike Ruinenstadt Babylon im Irak und die "rosarote Stadt" Jaipur im indischen Bundesstaat Rajasthan, die für ihre Palastanlagen berühmt ist.

Darstellung: