Ein Junge sitzt vor einer Hütte im improvisierten Camp in Abs, Jemen | Bildquelle: REUTERS

Unterstützung für UN-Einsatz 100 Millionen Euro für den Jemen

Stand: 26.02.2019 11:23 Uhr

Die schwere humanitäre Krise im Jemen lässt 24 Millionen Menschen in dem Land leiden. Deutschland wird nach den Worten von Außenminister Maas seine finanzielle Unterstützung für die Menschen dort fortsetzen.

Die Bundesregierung will lebensrettende Maßnahmen der Vereinten Nationen für die teils hungernde Bevölkerung im Bürgerkriegsland Jemen mit 100 Millionen Euro unterstützen. Das teilte Bundesaußenminister Heiko Maas vor dem Auftakt der Genfer Geberkonferenz mit.

Humanitäre Organisationen dürften nicht daran gehindert werden, lebensrettende Hilfe zu leisten, erklärte der Außenminister. Der Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Infrastruktur müsse sichergestellt werden. Langfristig müsse eine politische Lösung in dem Konflikt gefunden werden.

Maas forderte die Konfliktparteien im Jemen auf zu zeigen, "dass sie es ernst meinen" und daran interessiert seien, Vertrauen aufzubauen.

4,2 Milliarden Dollar benötigt

In dem Land auf der Arabischen Halbinsel tobt seit mehr als vier Jahren ein Bürgerkrieg. 24 Millionen Menschen - 80 Prozent der Bevölkerung - brauchen nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) Hilfe, sei es Lebensmittel, Behausung oder medizinische Versorgung. Die UN veranschlagen dafür in diesem Jahr 4,2 Milliarden Dollar. Sie hoffen bei der Geberkonferenz in Genf auf Zusagen.

Vertreter der Regierung und der Huthi-Rebellen hatten sich im Dezember auf eine Waffenruhe an der Front bei der Hafenstadt Hodaida und einen Austausch von Gefangenen verständigt. Hilfsorganisationen sehen darin eine dringend nötige vertrauensbildende Maßnahme. Der Prozess kommt aber nur schleppend voran.

Mehr als 10.000 getötete Menschen

Am Montag beschuldigte Ministerpräsident Main Abdulmalik Said die Huthi-Rebellen vor dem Menschenrechtsrat in Genf, weiter systematisch Menschen zu entführen. Er bezweifele, dass die Rebellen bereit seien, wirklich voran zu kommen.

Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten. Nichtregierungsorganisationen sprechen von einer weit höheren Zahl von Todesopfern.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Februar 2019 um 11:00 Uhr.

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