Die Preisträger des Umweltpreises bei der Verleihung | obs

Deutscher Umweltpreis Auszeichnung für Artenschutz und Moorforschung

Stand: 10.10.2021 15:15 Uhr

Der Deutsche Umweltpreis ist einer der wichtigsten seiner Art in Europa. In diesem Jahr wurden eine Artenschutz-Expertin und ein Moorforscher ausgezeichnet. Bundespräsident Steinmeier mahnte bei der Verleihung schnelles Handeln beim Klimaschutz an.

Der Moorforscher Hans Joosten und die Artenschutz-Expertin Katrin Böhning-Gaese haben den Deutschen Umweltpreis erhalten, eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Umweltschutz in Europa. Beide hätten "auf dem weiten Feld des Klima- und Artenschutzes Herausragendes geleistet", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Preisverleihung in Darmstadt.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die den mit 500.000 Euro dotierten Preis vergibt, würdigt Joosten von der Universität Greifswald für seine jahrzehntelange Arbeit über die Bedeutung von Mooren für den Klimaschutz und die gravierenden Folgen der Moorentwässerung. Die Ökologin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums in Frankfurt am Main, wird für ihre Spitzenforschung zur biologischen Vielfalt prämiert.

"Moor muss nass und zwar sofort"

Steinmeier sagte in seiner Rede, Joosten habe als einer der Ersten erkannt, wie wichtig gesunde, nasse Moore für den Klimaschutz sind, weil sie der Atmosphäre Kohlendioxid entziehen und es dauerhaft im Boden binden. Seit Jahren appelliere der Forscher an Politik und Gesellschaft, Moore zu renaturieren und so einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Artenschutz zu leisten. Joosen selbst brachte es mit einem Satz auf den Punkt: "Moor muss nass und zwar sofort."

Das Bild zeigt Moorforscher Hans Joosten (l) von der Universität Greifswald und seine Mitstreiter bei der Entnahme von Torfprofilen im Nordost-Sibirien in der Tundra Jakutiens. | dpa

Moorforscher Joosten (links) arbeitet mit seinem Team in vielen Regionen der Welt. Dieses Bild ziegt ihn bei der Entnahme von Torfprofilen in der Tundra Jakutiens. Bild: dpa

"Biologische Vielfalt ist Existenzgrundlage"

Böhning-Gaese habe das Thema der biologischen Vielfalt "ins öffentliche Bewusstsein gehoben und auf die politische Tagesordnung gesetzt". Sie habe nachgewiesen, welchen Einfluss die intensive Landwirtschaftlich, der Umbruch von Wald zu Ackerland oder der Klimawandel auf komplexe Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen habe.

"Biologische Vielfalt ist für uns Menschen Existenzgrundlage", sagte Böhning-Gaese. Die Artenvielfalt gehe vor allem durch die Agrarlandschaft zurück. Es brauche hier mehr Ökologisierung der konventionellen Landwirtschaft.

Der Bundespräsident nutzte die Preisverleihung auch, um erneut ein schnelleres und entschlosseneres Handeln beim Klimaschutz anzumahnen. Verheerende Regenfälle in Mitteleuropa sowie sengende Hitze und Waldbrände am Mittelmeer hätten auch den letzten Skeptikern gezeigt, dass der Klimawandel in Europa angekommen sei. "Aber wir müssen uns auch klarmachen: Sie treffen Menschen in den ärmeren Ländern des Südens schon jetzt weit härter. Und sie werden zukünftige Generationen umso brutaler treffen, je weniger wir jetzt tun."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Oktober 2021 um 18:00 Uhr.