In heißen Sommern könnte Rasensprengen verboten werden. | Bildquelle: dpa

Umweltministerin Schulze "Wir brauchen Regeln zur Wassernutzung"

Stand: 17.08.2020 07:08 Uhr

Müssen in trockenen Sommern Schwimmbäder schließen? Weil in vielen Regionen das Wasser knapp wird, will Umweltministerin Schulze eine "nationale Wasserstrategie" ausarbeiten - auch Rasensprengen könnte verboten werden.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat angesichts mehrerer trockener Sommer in Folge und aktueller Wasserknappheit in einzelnen Kommunen ein bundesweites Konzept zur Wasserversorgung angekündigt.

"Im kommenden Jahr werde ich eine nationale Wasserstrategie vorlegen", sagte Schulze der "Rheinischen Post". Die immer häufiger auftretenden Fälle von Wasserknappheit zeigten die Notwendigkeit klarer Regeln für die Nutzung von Wasser.

Entscheidungen sollen vor Ort getroffen werden

"Die höchste Priorität hat die Versorgung der Menschen mit Wasser zum Trinken, Kochen und Waschen", sagte Schulze. "Das ist ein Menschenrecht". Danach werde es spannend, etwa bei der Frage, ob zuerst das Schwimmbad schließen müsse oder die Bewohner einer Stadt ihre Gärten nicht mehr wässern dürften.

Die Entscheidungen sollten im konkreten Fall weiterhin immer vor Ort getroffen werden, sagte Schulze. Die nationale Wasserstrategie solle den lokalen Behörden aber klare Vorgaben und Orientierungen an die Hand geben.

Niedriger Wasserstand der Elbe in Dresden | Bildquelle: FILIP SINGER/EPA-EFE/REX
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Nach der langen Trockenheit ist der Wasserstand der Elbe bei Dresden extrem niedrig.

Laut Umweltbundesamt hat es in Deutschland in den vergangenen Monaten viel zu wenig geregnet. Dies gelte besonders für weite Teile Ost- und Mitteldeutschlands. Dort ist der Wasserstand von Flüssen und Seen teils drastisch zurückgegangen.

Einige Gewässer sind komplett ausgetrocknet. Manche Flüsse fließen kaum noch, weil ihr Wasserstand durch Wehre künstlich konstant gehalten wird. Experten führen die häufigeren Dürren vor allem auf den Klimawandel zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. August 2020 um 06:00 Uhr.

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