Kanzlerin Angela Merkel beim Gang durch die Ortsgemeinde Schuld zusammen mit Ortsbürgermeister Helmut Lussi und der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer. | dpa

Flutkatastrophe Merkel besucht Hochwasseropfer in der Eifel

Stand: 18.07.2021 14:10 Uhr

Kanzlerin Merkel hat sich in der besonders stark betroffenen Gemeinde Schuld ein Bild von der Lage nach der Flutkatastrophe gemacht. In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.

Vier Tage nach den verheerenden Unwettern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die von der Flutkatastrophe besonders stark betroffene Gemeinde Schuld (Kreis Ahrweiler) in der Eifel besucht. Gemeinsam mit der rheinland-pfälzischen Landeschefin Malu Dreyer machte sich die CDU-Politikerin ein Bild von der Situation vor Ort. Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Fernsehbilder zeigten sie auf einer Brücke im Gespräch mit Einsatzkräften. Für den Nachmittag ist ein Pressestatement in Adenau geplant.

Alleine im Kreis Ahrweiler kamen nach Polizeiangaben mindestens 110 Menschen ums Leben, 670 wurden verletzt. In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestätigten Todesopfer bei 46. Auch in Bayern starb mindestens ein Mensch. Die Suche nach Toten und Verletzten in den betroffenen Regionen ist noch nicht abgeschlossen, so dass sich die Opferzahl noch weiter erhöhen könnte.

Zahlreiche Menschen in Erftstadt suchen nach Angehörigen

Bei der schwersten Hochwasserkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten wurden viele Häuser zerstört. Brücken, Straßen und Bahnstrecken liegen in Trümmern. In Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen noch nach ihren Angehörigen. 34 Menschen wurden bei der "Personenauskunftsstelle" der Stadt gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises. Noch am Samstag lag die Zahl der Gesuchten bei 59. "Es konnten zum Glück schon einige gefunden werden", sagte der Sprecher.

Im Stadtteil Blessem wollen Fachleute die Stabilität des Untergrunds prüfen. Sie sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden. Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der Burg stürzten ein.

Einen Rückschlag gab es bei Euskirchen an der Steinbachtalsperre südwestlich von Bonn. Dort fließt das Wasser langsamer als erwartet ab. Deshalb sollten Experten die Lage des von einem Bruch bedrohten Staudamms neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln mitteilte. Eigentlich hatten die Behörden gehofft, Entwarnung geben zu können. Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen.

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juli 2021 u.a. um 20.00 Uhr sowie 15:00 Uhr.

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Moderation 18.07.2021 • 18:27 Uhr

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