Eine überflutete Straße in Oberlungwitz | dpa

Unwetter Überflutungen in der Sächsischen Schweiz

Stand: 17.07.2021 23:15 Uhr

Nach Starkregenfällen durch Unwetter sind in der Sächsischen Schweiz Straßen überschwemmt und einige Orte nicht mehr erreichbar. Die Bahnstrecke über Bad Schandau nach Tschechien ist unterbrochen.

Extreme Regenfälle von teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter haben in der Sächsischen Schweiz zu Überflutungen geführt. Einzelne Ortslagen seien nicht mehr erreichbar, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Abend mit. Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch. Das Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden teilte mit, die Situation sei "angespannt, aber beherrschbar."

Wie der MDR berichtete, sind in Neustadt nach Angaben des Bürgermeisters Peter Mühle, alle Gemeindeteile mit Ausnahme von Rückersdorf von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen - vor allem der Ort Polenz. Er war am Nachmittag nur punktuell gesperrt, sei aber nun komplett abgeriegelt und ist unpassierbar. Der Katastrophenalarm sei rechtzeitig ausgelöst und die Bevölkerung durch die Befehlsstelle vor Ort gewarnt worden. Dadurch habe man Schlimmeres verhindert.

"Starke Überschwemmungen zu erwarten"

Das Landratsamt mahnte dringend, Keller, Tiefgaragen und Unterführungen zu meiden. Zudem könnten überflutete Straßen und Wege große Gefahren darstellen. Die Wasserstandsanstiege seien vergleichbar und teilweise noch stärker als im August 2010. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums wurde am Abend am Pegel Neustadt 1 an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten. In den Unterläufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen "extremen Wasserstandsanstieg" gegeben. "Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten", warnte das Hochwasserzentrum.

Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin ist derzeit gesperrt. "Züge des Fernverkehrs enden und beginnen in Dresden Hauptbahnhof", informierte die Deutsche Bahn im Internet. Im Fernverkehr ist die Verbindung Hamburg-Berlin-Dresden-Prag betroffen. Es seien keine Reisenden mehr auf freier Strecke, versicherte eine Bahnsprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Störung werde voraussichtlich bis Sonntagnachmittag dauern.

Wegen der Sperrung kam es auch im Nahverkehr zu Zugausfällen. Ersatzverkehr durch Busse habe wegen der witterungsbedingt schwierigen Straßenverhältnisse nicht eingerichtet werden können, hieß es. Betroffen waren den Angaben zufolge Abschnitte der S1 Meißen-Dresden-Bad Schandau/Schöna sowie U28 Dečin-Bad Schandau-Rumburk.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 18. Juli 2021 um 22:30 Uhr.