Anja Karliczek | Bildquelle: dpa

Karliczek-Plan Darlehen für Studierende bei Jobverlust

Stand: 12.04.2020 17:06 Uhr

Wer studiert, braucht meist einen Nebenjob. Fällt der wegen Corona weg, wird es eng - erst recht, wenn man kein BAföG bekommt. Bildungsministerin Karliczek will Abhilfe schaffen - und macht sich für zinslose Darlehen stark.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat zusätzliche unbürokratische Finanzhilfen für Studierende angekündigt, die wegen der Corona-Krise ohne Arbeit und Einkünfte dastehen. "Studierende, die ihren Job verloren haben, sollen als Überbrückungshilfe ein zinsloses Darlehen beantragen können", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Unterstützung für die betroffenen Studierenden muss unbürokratisch, schnell und wirksam sein."

In einem der dpa vorliegenden Brief an ihre Ministerkollegen in den Ländern vom Donnerstag hatte Karliczek diesen Vorstoß angekündigt. Sie mache sich Sorgen über jene Gruppe von Studierenden, die pandemiebedingt in eine finanzielle Notlage geraten seien und keinen Anspruch auf BAföG hätten. Für sie bleibe "nur der Gang zum Jobcenter und die dortige Beantragung eines Darlehens", heißt es in dem Schreiben.

Das Hauptproblem bei der Unterstützung von Studenten, die kein Bafög erhalten, ist nach Angaben aus Kreisen des Bildungsministeriums, einen Träger zu finden, der die Umsetzung des Darlehens übernehmen kann. Das Deutsche Studentenwerk hatte sich dazu nicht in der Lage gesehen.

Keiner soll Studium aus finanziellen Gründen aufgeben

Karliczek sagte: "Mein Ziel ist es, dass kein Studierender aus finanziellen Gründen das Studium wegen der Corona-Pandemie aufgeben muss." Daher habe man die BAföG-Voraussetzungen im Rekordtempo angepasst. "Aber auch für die Studierenden, die pandemiebedingt in eine finanzielle Notlage geraten sind, aber nach wie vor nicht BAföG-berechtigt sind, wollen wir eine kurzfristige Pandemie-Rückversicherung schaffen." Die Gespräche darüber liefen allerdings noch.

Die Grünen-Wissenschaftsministerinnen von Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg sowie der Hochschulsprecher der Grünen im Bundestag, Kai Gehring, hatten zuvor Corona-Hilfe vom Bund zur Unterstützung von Studierenden verlangt. In einem der dpa vorliegenden Fünf-Punkte-Papier heißt es, das Bafög solle vorübergehend geöffnet oder ein Notfallfonds des Bundes geschaffen werden.

Aus dem Bundesbildungsministerium wurde das Grünen-Papier begrüßt, allerdings auch angemerkt, dass es keinen konkreten Lösungsvorschlag enthalte. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern werde über das Thema am 17. April bei einer Telefonkonferenz beraten.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 Nachrichten am 12. April 2020 um 13:00 Uhr.

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