Undatierte Aufnahme einer Turteltaube | Bildquelle: dpa

Turteltauben auf der Roten Liste Bedrohtes Liebes-Symbol

Stand: 14.02.2019 03:36 Uhr

Das charakteristische Gurren hat den Turteltauben ihren Namen eingebracht. Doch zu hören ist es in Deutschland immer seltener - ihr Bestand schrumpft. Laut Umweltministerium sank er seit den 1990er-Jahren um zwei Drittel.

Turteltauben sind ein Symbol für Liebe und Glück, manche Menschen glauben daran, dass sie Krankheiten heilen können. Doch seit einiger Zeit gibt es immer weniger der etwa 30 Zentimeter großen Vögel. Seit Mitte der 1990er-Jahre hat der Bestand der Streptopelia turtur um zwei Drittel abgenommen, schreibt die Bundesregierung auf Grünen-Anfrage. Die Antwort des Umweltministeriums liegt der Nachrichtenagentur dpa vor.

Inzwischen wird die Turteltaube als "sehr gefährdet" eingestuft. "Wenn diese Entwicklung so weiter geht, werden unsere Enkel dieses Tier nicht mehr in der freien Natur kennen lernen können", sagte die Grünen-Politikerin Steffi Lemke. Es sei alarmierend, wie schnell der Bestand zurückgehe und dass eine Allerweltsart wie die Turteltaube auf der Internationalen Roten Liste lande. Der Verlust sei aber nur ein "kleiner Ausschnitt" aus der Krise der Artenvielfalt.

Gründe für Rückgang: Verlust von Lebensraum und Jagd

UN-Experten zufolge macht den Tieren vor allem der Verlust an Brut- und Lebensräumen zu schaffen, außerhalb Deutschlands seien auch übermäßige Jagd und Wilderei ein Problem. Kleiner oder weniger gut erforscht sei der Einfluss von Chemikalien aus der Landwirtschaft, Krankheiten, Klimawandel und der Konkurrenz zur Ringeltaube.

Laut Naturschutzbund NABU ist die Turteltaube eine der am stärksten von Bestandsrückgängen betroffenen Vogelarten Europas. Ihre Zahl habe 2015 zwischen 3,2 und 5,9 Millionen Brutpaaren gelegen. Allein in den Mitgliedsstaaten der EU würden jährlich geschätzte zwei bis drei Millionen Vögel erlegt. Die Organisation BirdLife International, der auch der NABU angehört, schätzt, dass jährlich bis zu 600.000 Turteltauben im Mittelmeerraum abgeschossen werden. Die Zugvögel überwintern in Afrika.

Rückzug aus dem Nordosten Deutschlands

Laut NABU gab es 2010 in Deutschland vermutlich 25.000 bis 45.000 Turteltauben-Brutpaare. Einige Gebiete im Nordosten Deutschlands habe die Art inzwischen geräumt.

Turteltauben tragen ihren Namen wegen ihres Gurrens ("turrr turrr").

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 14. Februar 2019 um 00:30 Uhr.

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