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Ukrainischer Botschafter Makeiev "Ich möchte jeden Deutschen erreichen"

Stand: 04.11.2022 20:59 Uhr

Der neue ukrainische Botschafter Makeiev hat die Hilfsbereitschaft Deutschlands gelobt. Den tagesthemen sagte er, die Ukraine werde siegen und "dann gibt es keine Flüchtlinge mehr". Mit der deutschen Politik gelte es nun, Vertrauen aufzubauen.

Der neue ukrainische Botschafter Oleksij Makeiev ist seit zwei Wochen im Amt. In einem ersten ausführlichen Fernsehinterview mit den tagesthemen sagte er, Deutschland sei für ihn als Diplomat "der beste Staat, den ich mir vorstellen konnte". Er wolle gegenüber der deutschen Politik überzeugend, motivierend, aufgeschlossen und "im Gespräch sehr direkt sein".

Vertrauen soll entstehen

Diskussionen hinter verschlossenen Türen sollten nicht nach außen dringen und zu viel öffentlich diskutiert werden. Zu den wichtigsten Eigenschaften eines Diplomaten gehöre das Vertrauen. Er wolle alles tun, dass Vertrauen mit deutschen Politikern "entsteht und erhalten bleibt", so Makeiev.

Kommunikation sei ein wichtiges Thema. Er wolle Medien und sozialen Medien gegenüber aufgeschlossen sein: "Ich will jeden Deutschen erreichen."

Appell an Deutschland

Über die ukrainischen Flüchtlinge, die nach Deutschland kämen, sagt der Botschafter, er spüre jeden Tag, dass Deutschland hilfsbereit ist. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung würden die Ukraine unterstützen. In diesem Zusammenhang richtete er den Appell an Deutschland: "Bitte unterstützt uns so lange wie möglich, wir werden diesen Krieg gewinnen und dann gibt es keine Flüchtlinge mehr."

Makeiev hatte das Amt von Andrij Melnyk übernommen. Er war in früheren Jahren schon einmal an der Botschaft in Berlin tätig. 2014 machte der damalige Außenminister Pawlo Klimkin ihn zu seinem politischen Direktor, 2020 wurde er dann Sanktionsbeauftragter.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Melnyk Mitte Juli von seinem Posten abberufen. Er hatte sich nicht erst seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine mit oft harter Kritik an der Bundesregierung einen Namen gemacht.