Abgeordnete der Länderkammer nehmen im Bundesrat an der Sitzung teil. | dpa

Nach Bundesratssitzung Zahlreiche Landespolitiker in Isolation

Stand: 30.03.2021 11:42 Uhr

Die Landeschefs Hamburgs und Thüringens, Tschentscher und Ramelow, haben sich, genau wie mehrere Landesminister, in häusliche Isolation begeben. Grund sind Warnhinweise der Corona-App - nach der Bundesratssitzung vom vergangenen Freitag.

Nach einem Hinweis der Corona-Warn-App befinden sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher und Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow in Isolation. Auch mehrere Landesminister haben sich in häusliche Quarantäne begeben. Der Hinweis stehe offenbar im Zusammenhang mit der letzten Bundesratssitzung, nach der zahlreiche im Plenarsaal Anwesende einen Hinweis erhalten hätten, teilte der Hamburger Senatssprecher Marcel Schweitzer mit.

Ramelow bleibt im Ferienhaus

Auch Ramelow war nach eigenen Aussagen am Freitag bei der Bundesratssitzung. Der Linken-Politiker sagte, der Amtsarzt des Saale-Orla-Kreises habe ihm auferlegt, alle Kontakte zu unterbinden. Ramelow hat in dem Ostthüringer Landkreis ein Ferienhäuschen. Er verlasse derzeit nicht sein Grundstück und könne daher auch nicht an Landtagssitzungen teilnehmen. Auch die beiden Minister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) und Dirk Adams (Grüne) vermeiden demnach wegen einer Meldung bei der Corona-Warn-App Kontakte. Ramelow will am Mittwoch einen PCR-Test machen lassen, um Gewissheit zu bekommen.

In Hamburg hätten sich neben Tschentscher auch Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) sowie die Außenbevollmächtigte des Senats beim Bund und der EU, Staatsrätin Almut Möller (SPD), in freiwillige häusliche Isolation begeben. Sie arbeiten derzeit im Homeoffice und ließen am Mittwoch einen PCR-Test machen, hieß es aus dem Senat.

Auch Betroffene in Brandenburg und Sachsen-Anhalt

Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher arbeitet nach Angaben ihres Ministeriums vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Grund sei ihre Teilnahme an der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag, teilte das Potsdamer Ministerium mit. Die Grünen-Politikerin hatte sich bereits am Freitag und über das Wochenende mehrfach auf das Coronavirus testen lassen, hieß es. Alle Tests seien negativ ausgefallen. Aufgrund der unklaren Situation im Zusammenhang mit der Bundesratssitzung entschied sie dann, bis Mittwoch im Homeoffice zu arbeiten.

Auch Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) begab sich nach einem Warnhinweis der App in häusliche Quarantäne. Sein Ministerium geht von einem Zusammenhang mit der vergangenen Bundesratssitzung aus. Willingmann werde sich im Laufe der Woche testen lassen, alle weiteren Termine aber aus dem Homeoffice wahrnehmen, sagte ein Sprecher.

Bei Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und seinem Sprecher löste die App hingegen keinen Alarm aus. Beide hatten an der Sitzung teilgenommen. Mehrere Corona-Tests seien seitdem bei Haseloff negativ verlaufen, sagte der Sprecher am Montagabend.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. März 2021 um 20:31 Uhr in den Nachrichten sowie die tagesschau am 30. März 2021 um 05:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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Nachfragerin 30.03.2021 • 00:20 Uhr

Am Arbeitsplatz angesteckt.

Vielleicht sollte man diese Beispiele mal im Hinterkopf behalten, wenn wieder nach Lösungen gesucht wird. Konsequentes Homeoffice hätte nicht nur hier geholfen.