Fabrik der United States Steel Corporation in Clairton, Pennsylvania | Bildquelle: AFP

Einbußen durch Klimawandel Trump widerspricht eigenen Behörden

Stand: 27.11.2018 09:18 Uhr

US-Behörden warnen vor Milliardenverlusten durch den Klimawandel. US-Präsident Trump hat dazu eine klare Meinung. "Ich glaube das nicht", sagte er. Doch Forscher widersprechen.

US-Präsident Donald Trump hat Warnungen von US-Fachbehörden vor wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels beiseite gewischt. Teile des Berichts habe er gelesen, und die seien "in Ordnung", erklärte Trump. Über den Aspekt der wirtschaftlichen Einbußen durch den Klimawandel sagte er indes: "Ich glaube es nicht."

In wenigen Jahren 400 Milliarden Dollar Schaden

Die Autoren des National Climate Assessments, den das Weißen Haus vergangenen Freitag geräuschlos veröffentlichte, warnen vor einer Verschärfung von Naturkatastrophen in den USA durch die Erderwärmung. Wetterextreme fänden bereits "häufiger, intensiver, weiter verbreitet und von längerer Dauer" statt. Naturkatastrophen hätten allein seit 2015 fast 400 Milliarden Dollar gekostet.

Bis Ende des Jahrhunderts dürften sich jährliche Verluste in einigen Wirtschaftsbranchen auf Hunderte Milliarden Dollar belaufen. Wenn etwa der Ausstoß von Treibhausgasen beim aktuellen Niveau bleibe, könnten sich Arbeitskosten für Outdoor-Industrien während Hitzewellen bis 2090 zu Lohneinbußen von 155 Milliarden pro Jahr führen.

Stahlwerk in Pennsylvania | Bildquelle: AFP
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Ein Stahlwerk in Pennsylvania. Die US-Industrie hält Trump für vorbildlich. "Momentan sind wir so sauber wie noch nie und das ist mir wichtig", sagte Trump. "Aber wenn wir sauber sind und alle anderen auf der Welt schmutzig, ist das nicht so gut."

"Der Klimawandel hat schon jetzt augenscheinliche Auswirkungen auf unsere Wirtschaft", bekräftigte Gary Yohe, Ökonom an der Wesleyan University und Gutachter des jüngsten Klimareports. Dazu verwies er auf die Hurrikans Harvey, Maria und Irma, die im vergangenen Jahr in den USA gewütet hatten. Diese drei Stürme verursachten laut der nationalen Wetter- und Ozeanographiebehörde einen Schaden von allein mindestens 265 Milliarden Dollar.

USA drohen verheerende Verluste

Der Ökonom Ray Kopp, Vizepräsident der Denkfabrik "Resources For the Future", bescheinigte dem Bericht absolute Glaubwürdigkeit. Dem Land drohten verheerende Verluste, wenn nicht gehandelt werde, warnte er. "Das ist sicherlich etwas, das man vermeiden sollte." 

Eine Frau beim Einkauf in New York
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Dass der Klimareport am als "Black Friday" bekannten Schnäppchentag im Einzelhandel vom Weißen Haus veröffentlicht wurde und nicht - wie geplant - im Dezember, hatte für Kritik gesorgt. Dies werteten Forscher als Versuch der Regierung, den Bericht kleinzuhalten.

Weißes Haus spielt Report herunter

Der Klimareport fuße größtenteils auf "dem extremsten Szenario, das seit langem bestehenden Trends zuwiderläuft", erklärte Regierungssprecherin Lindsay Walters.    

Präsident Trump hat zuletzt bezweifelt, dass der Klimawandel auf menschliches Handeln zurückgeht. Erst vergangene Woche äußerte er sich via Twitter über ungewöhnliche niedrige Temperaturen im Osten der USA: "Brutaler und anhaltender Kälteeinbruch könnte ALLE REKORDE zertrümmern - was ist denn mit der Globalen Erwärmung passiert?" 

Klima-Bericht der US-Regierung widerspricht Trump
Martin Ganslmeier, NDR Washington
27.11.2018 12:52 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. November 2018 um 18:23 Uhr.

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