Einsatzkräfte von der Polizei sind nahe der Fußgängerzone in Trier im Einsatz | Bildquelle: dpa

Auto rast in Fußgängerzone Vier Tote bei Amokfahrt in Trier

Stand: 01.12.2020 19:11 Uhr

Die Zahl der Toten in Trier ist auf vier gestiegen. Ein Mann war mit hohem Tempo durch die Fußgängerzone gerast. Der Fahrer wurde festgenommen. Die Polizei hat keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund.

Bei der Attacke mit einem Auto auf Passanten in der Innenstadt von Trier sind mindestens vier Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern war auch ein neun Monate altes Kleinkind, zudem wurden mehrere weitere Menschen verletzt, wie die Polizei in der rheinland-pfälzischen Stadt mitteilte. Hinweise auf einen politischen Hintergrund lagen demnach zunächst nicht vor, das Motiv gilt weiter als offen.

Der Fahrer wurde festgenommen. Es handele sich um einen 51 Jahre alten Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, Karl-Peter Jochem. Der Mann sei mit einem SUV durch eine Fußgängerzone gefahren und habe offenbar "wahllos" Menschen angefahren. Bei seiner Festnahme habe er sich gewehrt. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Der Wagen sei sichergestellt worden.

Tote und viele Verletzte: Autofahrer rast durch Fußgängerzone in Trier
tagesschau 20:00 Uhr, 01.12.2020, Christian Kretschmer, SWR

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Erste Notrufe gingen bei der Feuerwehr um kurz vor 14 Uhr ein. Der Mann soll rund einen Kilometer durch die Stadt gefahren sein. Auf Twitter veröffentlichte Videos zeigen beschädigte Geschäfte in der Fußgängerzone und am Boden liegende Verletzte. Augenzeugen berichteten, Menschen seien durch die Luft geflogen.

Der Fahrer des Wagens saß nach derzeitigem Ermittlungsstand alleine im Fahrzeug. "Der Tatverdächtige ist in der Vergangenheit noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten", teilte die Polizei mit.

Trierer Oberbürgermeister spricht von Amokfall

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe sprach im Interview mit dem SWR von einem "Amokfahrer in der Innenstadt". Ihm habe sich in der Fußgängerzone ein "Bild des Grauens" geboten. Sämtliche Rettungskräfte aus der gesamten Region seien unterwegs. 

"Es gibt mehrere Tote und eine ganze Reihe Schwer- und Schwerstverletzter", sagte ein Polizeisprecher. Nach der Festnahme des Fahrers bestehe keine Gefahr mehr für die Bevölkerung. Die komplette Innenstadt sei abgesperrt, Spuren würden gesichert. Dies könne noch mehrere Stunden dauern.

"Gezielt Menschen überfahren": Ansgar Zender, SWR, zum Vorfall in Trier
tagesschau 17:00 Uhr, 01.12.2020

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Dreyer: "Sehr schlimm für uns alle"

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die auch in Trier lebt, sprach den Angehörigen der Opfer ihr tiefstes Beileid aus. Es sei "das Allerschlimmste", dass heute Menschen "ihr Leben verloren haben", sagte die SPD-Politikerin. Der Tag sei ein "wirklich schlimmer und schrecklicher Tag für die Angehörigen". Mitten an einem ganz normalen Tag seien Menschen aus dem Leben gerissen worden. "Das ist einfach sehr schlimm für uns alle". Sie sei mit ihren Gedanken bei den Verletzten und Schwerverletzten und hoffe und bete, dass sie überlebten und gesundeten.

Innenminister Roger Lewentz sagte, der Autofahrer sei "vier Minuten nach Ersthinweis" festgenommen worden. Ein Polizeisprecher ergänzte, der Fahrer sei "durch Kräfte des Polizeipräsidiums angehalten" und überwältigt werden". Er werde derzeit verhört.

Die Polizei sichert den Tatort nahe der Fußgängerzone in Trier | Bildquelle: dpa
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Die Polizei hat den Tatort rund um den Hauptmarkt in der Trierer Fußgängerzone weiträumig abgesperrt.

Bundeskanzlerin "sehr traurig"

Kanzlerin Angela Merkel drückte den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "Die Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig", heißt es in einer Stellungnahme, die Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter veröffentlichte. "Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen der Menschen, die so jäh und gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden. Ich denke aber auch an diejenigen, die zum Teil schwere Verletzungen erlitten haben und wünsche ihnen viel Kraft."

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann lud zum gemeinsamen Gebet in den Dom der Stadt ein. "Ich bin zutiefst schockiert über die Amokfahrt, die quasi vor unserer Haustür passiert ist", sagte Ackermann. Am Abend solle für die Opfer, ihre Angehörigen, für die Einsatz- und Rettungskräfte und alle, die von diesem schrecklichen Vorfall betroffen seien, gebetet werden. Auch Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger des Bistums seien im Einsatz. Zudem sollen am Abend die Totenglocken in allen Trierer Kirchen läuten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Dezember 2020 um 15:00 Uhr.

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