Ein Ehepaar sitzt in einem Strandkorb in Cuxhaven. | Bildquelle: dpa

Urlaub trotz Corona Wo die Reise hingehen kann

Stand: 06.05.2020 15:29 Uhr

Fernreisen dürften schwierig sein, aber Urlaub in Deutschland könnte im Sommer trotz Corona möglich sein. Und vielleicht bleibt auch das europäische Ausland nicht nur ein Traum. Was geht wo - eine Übersicht.

Ausflügler dürfen sich freuen, denn schrittweise werden Gaststätten in Deutschland wieder Gäste empfangen dürfen. Die Wirtschaftsminister der Länder streben in einem Zeitraum vom 9. bis 22. Mai eine bundesweite, kontrollierte Öffnung des Gastgewerbes an. Bei Unterkünften in Ferienwohnungen, Hotels und auf Campingplätzen vor allem an Nord- und Ostsee sowie in Bayern ist eine Wieder-Inbetriebnahme eher in der zweiten Maihälfte vorgesehen.

Bayern: Die Hotels dürfen ab dem 30. Mai wieder Touristen beherbergen. "Allerdings ohne Sauna, ohne Wellness, ohne Schwimmbäder, mit strengen hygienischen Konzepten", betonte Ministerpräsident Markus Söder. Die Gaststätten sind schon früher dran. Mit entsprechenden Abstandsregelungen dürfen Restaurants ihre Außenbereiche am 18. Mai wieder öffnen. Das gilt auch für Biergarten, allerdings sollen sie laut Söder nur bis 20 Uhr geöffnet sein. Die Innenräume der Speiselokale sollen eine Woche später am 25. Mai folgen, dabei soll es vermehrt Einzeltische geben.

Mecklenburg-Vorpommern: Ab dem 18. Mai empfangen die Hotels Einheimische. Ab dem 25. Mai werden sie dann auch für Gäste aus anderen Bundesländern öffnen. Zunächst gilt eine Kapazitätsgrenze von 60 Prozent. Die Gaststätten dürfen vom 9. Mai an zwischen 6.00 und 21.00 Uhr öffnen. Auch hier besteht die 60-Prozent-Regel. Es besteht eine Reservierungspflicht, um bei Infektionsfällen die Nachverfolgbarkeit zu gewährleisten. An den Tischen dürften maximal sechs Personen sitzen, ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen fremden Personen sei einzuhalten. Das Servicepersonal müsse einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Gäste nicht.

Bei den rund 200 Campingplätzen in dem Bundesland gibt es keine 60-Prozent-Quote. Dafür müssten genügend große Abstände zwischen den Wohnwagen, Mobilen oder Zelten eingehalten werden. Die sanitären Anlagen seien so auszurüsten, dass alle hygienischen Erfordernisse erfüllt werden, um das Coronavirus nicht zu verbreiten. Schon jetzt dürfen Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper kommen, wenn sie am jeweiligen Ort gemeldet sind.

Ein Rentnerpaar sitzt vor einem Graffiti mit einer Strandszene an einem Sanitärgebäude am Strandzugang. | Bildquelle: dpa
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Timmendorf auf Poel: Noch ist das Rentnerpaar hier vor dem Graffiti am Strandzugang ziemlich allein. Doch Mecklenburg-Vorpommern öffnet seine Gaststätten wieder und beendet noch vor Pfingsten das mehrwöchige Einreiseverbot für auswärtige Touristen.

Niedersachsen: Ab dem 25. Mai dürfen Hotels, Pensionen und Jugendherbergen touristisch genutzt werden. Die Gästezahl soll aber reduziert werden. Zudem gilt für Übernachtungsangebote eine Wiederbelegungsfrist von mindestens sieben Tagen. Das bedeutet, dass ein Hotelzimmer oder eine Unterkunft frühestens nach sieben Tagen wieder neu vergeben werden darf. Bereits ab Donnerstag (7. Mai) dürfen Dauercamper ihren angestammten Platz beziehen. Andere Camping- und Wohnmobilstellplätze können vom 11. Mai an unter Auflagen wieder öffnen.

Dieses Datum gilt auch für Gaststätten. Allerdings dürfen sie nur die Hälfte ihrer sonst üblichen Plätze vergeben. Zudem gilt eine Reservierungspflicht, und die Kontaktdaten der Kunden müssen erfasst werden.

Eine Frau mit Schutzmaske bürstet die Fassade eines Gebäudes vor dem Strand in Cuxhaven ab. | Bildquelle: dpa
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Wenn, dann wird es ein Urlaub der etwas anderen Art. Die Vorbereitungen für die Gäste laufen - nun eben mit Mund-Nasenschutz und - wenn sie kommen - auch mit Abstand.

Schleswig-Holstein: Bereits seit dem 4. Mai dürfen Zweitwohnbesitzer wieder ihre Immobilie nutzen. Aus reinen touristischen Zwecken zu kommen, ist allerdings weiter verboten, und die Gastronomie-Betriebe dürfen auch noch keine Gäste bedienen. Voraussichtlich ab Mitte Mai wird es Lockerungen geben. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nannte den 18. Mai als möglichen Starttermin für Wiedervermietungen von Ferienwohnungen. "Parallel dazu sollte auch die Gastronomie eine Perspektive bekommen - unter sehr restriktiven Auflagen", sagte Buchholz. Vor oder nach Pfingsten könnten möglicherweise die Hotels wieder öffnen. Konkrete Beschlüsse der Landesregierung werden in Kürze erwartet.

Und wenn doch das Fernweh kommt?

Wer in diesem Sommer in den Urlaub fahren möchte, sollte dies in Deutschland tun - so lautet die allgemeine Empfehlung aus der Politik. Manche bezweifeln, dass die Kapazitäten dafür ausreichend sind. Doch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, meint im "Tagesspiegel": "Deutschland ist groß. Mit etwas Kreativität findet in diesem Sommer jeder ein schönes Ziel, das er noch nicht kennt."

Bareiß zeigt sich inzwischen auch etwas optimistischer, was eine Reise ins EU-Ausland angeht. Fernreisen fielen wohl eher aus, aber er kann sich durchaus vorstellen, dass Urlauber auch auf die Balearen oder die griechischen Inseln reisen können. "Wenn es dort kaum noch Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man auch über einen Sommerurlaub dort nachdenken", sagte er dem Blatt. Mit den Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt.

Österreich und Kroatien kündigten an, sich auf Urlauber aus Deutschland einzustellen und dafür notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Griechenland, das bislang sehr glimpflich durch die Corona-Krise gekommen ist, möchte Touristen möglichst schnell wieder willkommen heißen. Wenn alles gut läuft schon ab dem 1. Juli.

Eine Einreise nach Dänemark ist hingegen vorerst wohl nicht wahrscheinlich. Die Corona-Krise hätte zwar schwere Folgen für den Tourismus, sagte Justizminister Nick Hækkerup, so wie die Situation derzeit aussehe, sollten Touristen aber nicht nach Dänemark einreisen dürfen. Er wolle die Ergebnisse der bisherigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen abwarten.

In Ländern, die besonders schwer von der Pandemie betroffen sind - wie Italien, Spanien und Frankreich -, ist noch unklar, ob es einen Sommerurlaub geben kann. Italien lockert nach einer zweimonatigen Ausgangssperre zwar Schritt für Schritt die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus, doch die Regierung hat sich noch nicht dazu geäußert, wann und wie das Land wieder Besucher empfangen kann. Auch Spanien und Frankreich beschließen zwar Lockerungen, fassten aber bislang keine konkreten Beschlüsse im Bereich Tourismus.

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