Ein Haus mit Innen- und Außenbeleuchtung | picture alliance / Bildagentur-o

Frühere Dämmerung Tierschützer für sparsame Außenbeleuchtung

Stand: 26.10.2022 16:50 Uhr

Am Wochenende ist Zeitumstellung, abends wird es dann früher dunkel. Tierschützer raten dennoch zu sparsamer Außenbeleuchtung: Für dämmerungs- und nachtaktive Tiere könne das künstliche Licht schwerwiegende Folgen haben.

Tierschützer fordern, trotz der Zeitumstellung am Sonntag (30. Oktober) und der damit früher einsetzenden Dämmerung die Außenbeleuchtung nur mit Bedacht anzuknipsen. Mehr als 30 Prozent aller Wirbeltiere und rund 60 Prozent der Wirbellosen seien dämmerungs- und nachtaktiv, erklärte die Deutsche Wildtier Stiftung. Für diese Tiere sei künstliches Licht oft ein Todesurteil. "Ihre natürlichen Orientierungspunkte sind die Sterne und der Mond, künstliches Licht kann sie in ihrem Lebensraum gehörig durcheinanderbringen", heißt es.

Mit Blick auf die Energiekrise verwies die Stiftung außerdem darauf, dass weniger Beleuchtung Energiekosten spare. Das komme auch Umwelt und Klima zugute.

Warnung vor allem vor kurzwelligem Licht

Vor allem das kurzwellige Licht, das im blauen und ultravioletten Bereich scheint, beeinflusst demnach den tageszeitlichen Rhythmus von Wildtieren. Es ziehe etwa nachtaktive Insekten an, die dann bis zur Erschöpfung künstliche Lichtquellen umkreisten. Wichtige Räuber-Beute-Beziehungen könnten beeinflusst und Zugvögel durch Lichter aus Hochhäusern und Bürotürmen vom Kurs abgebracht werden, so die Stiftung.

Und auch Singvögeln wie Spatzen, Rotkehlchen, Zaunkönigen oder Meisen drohten weitreichende Folgen: Werden ihre Schlafplätze von Strahlern oder Weihnachtsbeleuchtung erhellt, drohe der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus der Vögel durcheinander zu geraten. Diese müssten in der kalten Jahreszeit aber ihre körpereigene Energie sparen. Zudem könnten sie früher mit der Fortpflanzung beginnen, dann aber keine Nahrung für den Nachwuchs finden.

Die Tierschützer raten, für die Außenbeleuchtung Leuchtmittel mit einer Farbtemperatur von unter 3000 Kelvin einzusetzen. Langwelliges, warmweißes oder orangefarbiges Licht sei wildtierfreundlicher als kurzwelliges Licht. Am insektenfreundlichsten und gleichzeitig stromsparend seien LED-Leuchtmittel in warmweißen Farben.