Das neue Pixel 3 von Google | Bildquelle: AP

ARD-Themenwoche So ungerecht ist Ihr Smartphone

Stand: 12.11.2018 17:30 Uhr

Alle zwei Jahre ein neues Smartphone - das ist heute normal. Doch was passiert mit dem alten? Und wie wirkt sich diese Wegwerfmentalität auf Menschen und Umwelt aus?

Ein Smartphone hat selten Pause. Denn es ersetzt für viele Menschen mehr als das gewöhnliche Handy. Ob Wecker, E-Mails, Bankgeschäfte oder Social-Media-Kanäle: Alles ist mittlerweile in den handlichen Geräten erreich- und nutzbar. Bei der täglichen Nutzung verbraucht ein Smartphone verhältnismäßig wenig Strom.

Viel gravierender für die Umwelt ist die Herstellung der Smartphones: 75 Prozent der CO2-Emissionen eines Smartphones entstehen im Herstellungsprozess. Laut Greenpeace wurden seit 2007, als das erste iPhone auf den Markt kam, mehr als sieben Milliarden Smartphones produziert.

ARD-Themenwoche: Smartphone
12.11.2018

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124 Millionen Handys ungenutzt in Schubladen

Die Masse an bisher produzierten Smartphones liegt unter anderem an der kurzen Lebensdauer. Die hängt allerdings oft nicht mit der Funktionstüchtigkeit des Geräts zusammen. Durch gängige Vertragsmodelle und immer neue Angebote werden nämlich viele Geräte ausgetauscht, bevor sie kaputt gehen. In einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gaben nur 13 Prozent an, ihr Smartphone bereits länger als 24 Monate zu besitzen. Ähnliche Zahlen erhebt auch der Marktforscher "Counterpoint Research": In Deutschland tauschen Menschen ihr Smartphone demnach durchschnittlich alle 21 Monate aus. Nur wenige scheinen zu wissen, was mit dem alten Smartphone anzustellen ist. Eine weitere Erhebung von Bitkom ergab, dass ca. 124 Millionen Handys deutschlandweit wohl ungenutzt in Schubladen liegen.  

Doch nicht nur die Umwelt leidet unter dem massiven Smartphone-Verschleiß. In den Geräten sind viele seltene Rohstoffe verbaut, zum Beispiel Kobalt. Das Metall ist ein wesentlicher Bestandteil für wiederaufladbare Akkus und deshalb heiß begehrt. Sechzig Prozent des weltweiten Kobalts kommen aus der Demokratischen Republik Kongo, einem der ärmsten Länder der Welt. Von dort aus wird es meist an Zwischenhändler nach China verkauft.

Abgebaut wird das Metall gerade im Kongo unter widrigsten Bedingungen: Die Hygiene ist mangelhaft, Arbeitsschutz ein Fremdwort und häufig müssen Kinder die Arbeit verrichten. Oft kommt es in den Minen zu Todesfällen: entweder durch einstürzende Schächte oder durch Lungenerkrankungen. Bereits 2016 machte Amnesty International auf die katastrophalen Produktionsbedingungen aufmerksam.

Hersteller wollen reagieren

Hersteller wie Apple haben auf die alarmierenden Berichte reagiert und ein "grünes Smartphone" in Aussicht gestellt. Zudem soll bis 2020 mit erneuerbaren Energien produziert werden. Außerdem hat der Konzern angekündigt, Kobalt künftig direkt von Minenarbeitern zu kaufen.

Trotzdem bleibt Grund für Bedenken: Je schneller neue Smartphones auf den Markt gespült werden, desto größer wird die Nachfrage nach Kobalt. Außerdem ist der Markt umkämpft. Auch Elektroautos brauchen den Rohstoff - und zwar wesentlich mehr davon. Ein besser geregelter Recyclingzyklus scheint also unumgänglich.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. November 2018 um 15:30 Uhr. Die ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit" geht vom 12. bis 17. November 2018.

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