Ein Schild auf dem Boden im Impfzentrum in Dessau-Roßlau weist den Weg in die Impfkabinen. | dpa

Impfskeptiker Ministerin setzt auf gute Beratung

Stand: 13.01.2022 14:40 Uhr

In der Diskussion um die stockende Impfkampagne setzt Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) auf eine gute ärztliche Beratung für Unentschlossene. "Es funktioniert nur durch Überzeugung", sagte Behrens.

Von C. Müller, ARD

In der Diskussion um die stockende Impfkampagne setzt Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) auf eine gute ärztliche Beratung für Unentschlossene. "Es funktioniert nur durch Überzeugung", sagte Behrens der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“ (Dienstag). Deshalb riefen immer mehr Ärzte derzeit ihre Patienten an und versuchten, sie für eine Schutzimpfung gegen Corona zu gewinnen.

Sabine Müller ARD-Hauptstadtstudio

„Wir müssen auch falsche Informationen widerlegen“, sagte die Ministerin. So fürchteten junge Frauen, durch eine Impfung nicht mehr schwanger werden zu können: „Das sind Fake-News.“ Die geplante Werbekampagne des Landes sei ein wichtiger Baustein, um über die Impfungen aufzuklären. „Ich bin sehr sicher, dass die Impfzahlen dadurch noch einmal ansteigen werden.“ Eine Impfpflicht lehnte Behrens dagegen weiterhin ab. „Ich halte es für schwierig, mit einem Zwang zu drohen“, sagte sie: „Darauf reagieren die Menschen nur störrisch.“

Langfristig setze sie auf eine „Selbstregulation“ in der Impffrage, wenn etwa die Gastronomie oder Club-Betreibende von ihrem Hausrecht Gebrauch machten und nur noch Geimpfte oder Genesene einließen. Zudem solle es für Menschen, die sich nicht impfen lassen wollten, aus ihrer Sicht ab Herbst keine kostenlosen Bürgertests mehr geben. Sie sei zuversichtlich, dass es in Niedersachsen bis zum Herbst weiterhin niedrige Inzidenzen zwischen 20 und 30 geben werde, sagte Behrens weiter. Voll besetzte Stadien oder Konzerte mit Zehntausenden von Besucherinnen und Besuchern halte sie aber „in der allernächsten Zeit noch für unrealistisch“.