Der US-Elektroautobauer Tesla

Gutachten zu Teslas Autopiloten Eine "erhebliche Verkehrsgefährdung"

Stand: 19.04.2021 12:36 Uhr

Nach einer Reihe von Unfällen lässt das Bundesverkehrsministerium den umstrittenen Autopiloten des Tesla Models "S" prüfen. Wie "Der Spiegel" berichtet, kommt ein Gutachten zu dem Ergebnis, dass vom Fahrassistenten eine "erhebliche Gefährdung" des Verkehrs ausgeht.

Vom Autopiloten des Tesla Models "S" soll eine "erhebliche Verkehrsgefährdung" ausgehen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Ressortchef Alexander Dobrindt kenne das Papier, wolle den Wagen aber entgegen dem Rat seiner Fachleute nicht stilllegen lassen. Es gebe im eigenen Haus noch keine abschließende Bewertung zu der Autopilot-Funktion, teilte das Verkehrsministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Schon durch die Bezeichnung Autopilot werde der Fahrer "irregeführt", hießt es in dem Gutachten. Er bekomme nicht angezeigt, wenn das System in eine für den Computer unlösbare Fahrsituation gerate. Der Autopilot fahre "einfach (unsicher) weiter", zitiert "Der Spiegel" aus dem Papier.

"Unzureichende Performance"

Prüfer hätten erlebt, wie das Auto in einer Autobahnbaustelle die gelben Hilfslinien ignorierte. Die Sensoren des Autos könnten bei einem Überholmanöver nicht weit genug zurückblicken, und auch die Notbremsfunktion habe eine "unzureichende Performance".

Tesla erklärte gegenüber dem "Spiegel", der Autopilot funktioniere nur im Zusammenspiel mit dem Fahrer, der das System stets überwachen müsse. Auch das Verkehrsministerium betonte, die Assistenzsysteme im Tesla Model S erforderten die hundertprozentige Aufmerksamkeit des Fahrzeugführers. Die Rechtslage in Deutschland sei hier eindeutig. So müsse der Fahrer unabhängig von der Verwendung des Systems ständig die Kontrolle über sein Fahrzeug haben.

Tesla-Europachef Willem Haitink hatte kürzlich betont, ein Tesla mit Autopilot sei "noch kein autonomes Fahrzeug", sondern nur ein Schritt auf dem Weg dorthin.

Autopilot-Unfälle nehmen zu

Vor rund zwei Wochen war ein Tesla-Fahrer mit seinem Wagen auf der Autobahn 24 in Schleswig-Holstein auf einen Reisebus aufgefahren. Der Mann wurde leicht verletzt. Er gab an, dass der Autopilot zwar eingeschaltet war, der Busfahrer jedoch am Unfall Schuld gewesen sei.

Unfälle mit Tesla-Fahrzeugen im Autopilotmodus hatten schon zuvor für Schlagzeilen gesorgt. Im Mai starb ein Mann im US-Bundesstaat Florida, als sein Model S mit einem Lastwagen kollidierte. Der Autopilot war eingeschaltet, die Bremsfunktion wurde nicht ausgelöst. Auch bei einem tödlichen Unfall in China soll der Autopilot eingeschaltet gewesen sein. Dabei starb im Januar ein 23-Jähriger. Seine Familie reichte Klage gegen Tesla ein.

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KOMMENTARE

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kucky 07.10.2016 • 20:57 Uhr

Aufhalten

Tesla muss so lange aufgehalten werden bis die deutsche Autoindustrie die verpennte Zeit aufgeholt hat. Dann wird diese Technik hochgejubelt. Bespiel Stevia, bis vor 2 Jahren strikt verboten und nur als Badezusatz zu bekommen. Heute über alles gelobt. Die Konzerne mussten sich doch erst mal in Position bringen und das braucht Zeit.