Polizei nimmt drei Brüder unter Terrorverdacht fest. | dpa

Drei Männer festgenommen Islamistischer Anschlag vereitelt?

Stand: 11.02.2021 17:25 Uhr

Die Polizei hat in Deutschland und Dänemark drei Brüder festgenommen, die im Verdacht stehen, einen Terroranschlag vorbereitet zu haben. Laut Generalstaatsanwaltschaft wurden Chemikalien gefunden, mit denen Sprengsätze hergestellt werden können.

Die Polizei hat womöglich einen islamistischen Terroranschlag vereitelt. In Deutschland und Dänemark wurden drei Brüder aus Syrien festgenommen, die im Verdacht stehen, gemeinsam einen Sprengstoffanschlag vorbereitet zu haben.

Demnach wurde einer im hessischen Dietzenbach gefasst. Seine Brüder, von denen einer in Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt wohnte, hat die Polizei in Dänemark festgesetzt. Es seien zehn Kilogramm Schwarzpulver und Zündschnüre gefunden worden, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft. Die Chemikalien können zur Herstellung von Sprengsätzen dienen.

Bei einem Bruder entdeckte die Polizei demnach das Bild der Fahne der Terrormiliz "Islamischer Staat" auf dem Handy. Die Polizisten hätten zudem auf eine Koran-Ausgabe gefunden, in der bestimmte Stellen markiert gewesen seien, die auf eine extremistische Gesinnung schließen lassen könnten.

Laut Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg erließ der Ermittlungsrichter des Amtsgerichts im sachsen-anhaltischen Dessau-Roßlau am vergangenen Samstag Haftbefehle gegen die drei Männer. Es bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Extremistische Gesinnung schon früher aufgefallen

Die Eltern der Brüder leben den Angaben zufolge in Dänemark. Die Familie soll sich mindestens seit 2005 in Europa aufhalten und bereits früher wegen extremistischer Gesinnung aufgefallen sein. Ein sogenannter Gefahrenabwehrvorgang dazu, der über mehrere Jahre lief, soll allerdings keine konkreten Hinweise auf terroristische Aktivitäten zutage gefördert haben. Über die Festnahme hatte zuerst der "Spiegel" berichtet.

Brüder stammen aus Damaskus

Die Brüder im Alter von 33, 36 und 40 Jahren seien alle in Damaskus geboren, hieß es aus Sicherheitskreisen. Den bislang schwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland hatte im Dezember 2016 der abgelehnte Asylbewerber Anis Amri aus Tunesien verübt. Der IS-Anhänger erschoss einen Lastwagenfahrer und raste dann mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz, wo er elf weitere Menschen tötete.

In Köln waren 2018 ein Tunesier und seine Ehefrau verhaftet worden. Das radikale Islamisten-Paar hatte damals den Bau einer Bombe mit dem biologischen Kampfstoff Rizin vorbereitet.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 11. Februar 2021 um 17:00 Uhr.