Blumen und Kerzen zum Gedenken | Bildquelle: dpa

Ankündigung von Maas Mehr Geld für Terroropfer

Stand: 13.12.2017 17:27 Uhr

Opfer von Anschlägen sollen künftig mehr Geld bekommen. Das kündigte Justizminister Maas bei der Vorstellung des Opferberichts zum Breitscheidplatz-Attentat an. Die Hinterbliebenen des Anschlags in Berlin hatten die Regierung scharf kritisiert.

Justizminister Heiko Maas will Opfer und Angehörige von Terroranschlägen künftig besser entschädigen. Das kündigte er bei der Vorstellung des Opferberichts zum Attentat auf den Berliner Breitscheidplatz an.

Beck fordert mehr Geld für Opfer

Der von der Bundesregierung ernannte Opferbeauftragte Kurt Beck hatte in seinem Bericht eine "deutlichen Anhebung" der finanziellen Hilfen angeregt. Beck verwies auf die Entschädigungen, die in anderen Ländern gezahlt werden. Demnach liegen die Summen in Deutschland im unteren Drittel. Laut ARD-Korrespondent Martin Krebbers bekommen hinterbliebene Eheleute derzeit 10.000 Euro Entschädigung, Geschwister erhalten 5000 Euro.

Maas begrüßte die Vorschläge und erklärte, sie sollten zügig umgesetzt werden. So habe das Bundeskabinett bereits zugestimmt, mehr Unterstützung in die Wege zu leiten und Opfern den Zugang zu Hilfen zu erleichtern. "Die Bundesregierung darf die Verletzten und Hinterbliebenen eines Anschlags nicht alleinlassen", sagte der SPD-Politiker. Es gebe Einigkeit, dass mehr Geld für Entschädigungen bereitgestellt werden solle.

Justizminitser Maas mit dem Opferbeauftragten Beck bei der Vorstellung des Opferberichts zum Attentat auf dem Breitscheidplatz | Bildquelle: dpa
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Justizminister Maas mit dem Opferbeauftragten Beck bei der Vorstellung des Opferberichts

Auch der Bundestag macht sich für eine bessere Unterstützung und Betreuung von Terroropfern und deren Angehörigen stark. Das Parlament beschloss dazu mit den Stimmen aller Fraktionen einen gemeinsamen Antrag von Union, SPD, FDP und Grünen. Darin verlangen die Abgeordneten unter anderem mehr Entschädigungszahlungen sowie die Einrichtung zentraler Anlaufstellen für Betroffene in Bund und Ländern.

Kritik von Hinterbliebenen

Gerade in den ersten Wochen nach dem Anschlag hatten Hinterbliebene und Verletzte Behörden-Wirrwarr und Bürokratie sowie fehlende Aufmerksamkeit beklagt. Zuletzt hatten Angehörige der zwölf Toten in einem offenen Brief Kanzlerin Angela Merkel Untätigkeit und politisches Versagen vorgeworfen. Und sie zeigten sich verbittert, dass Merkel nicht persönlich kondoliert habe.

Bislang schwerster islamistischer Anschlag

Bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurden vor gut einem Jahr zwölf Menschen getötet und mehr als 70 verletzt. Der Attentäter Anis Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem Lkw in eine Menschenmenge gerast. Es war der bislang schwerste islamistisch motivierte Anschlag in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2017 um 12:00 Uhr.

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