Blick auf den Eingangsbereich des Oberlandesgerichts Celle | Bildquelle: dpa

Niedersachsen Terrorermittlungen nach Online-Drohung

Stand: 08.06.2020 11:26 Uhr

Nach einer Anschlagsdrohung in einem Online-Chat ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen 21-Jährigen aus Hildesheim. Er soll einen Angriff auf Muslime geplant haben. Sein Vorbild war offenbar der Attentäter von Christchurch.

Die für Terrorismusbekämpfung zuständige Generalstaatsanwaltschaft in Celle ermittelt wegen mutmaßlich rechtsextremistisch motivierter Terrorpläne gegen einen 21-jährigen Hildesheimer. Der Mann soll in einem anonymen Internet-Chat einen Anschlag mit mehreren Toten angekündigt haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nahm der Beschuldigte in dem Chat Bezug auf den rechtsextremistischen Attentäter von Christchurch in Neuseeland. Sein Ziel sei es gewesen, Muslime zu töten.

Waffen und Dateien "mit rechtsradikalen Inhalten" gefunden

Der Mann war bereits am 30. Mai von Spezialkräften in Gewahrsam genommen worden, nachdem sein Chatpartner die Polizei verständigt hatte. Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass der Hintergrund der Drohungen der psychische Zustand des Mannes sei. Er war vorläufig in eine Klinik gebracht worden.

In seiner Wohnung seien dann Waffen gefunden worden, "die zur Umsetzung der Anschlagspläne angeschafft worden sein dürften", erklärte die Generalstaatsanwaltschaft. Auf den beschlagnahmten Datenträgern hätten sich "Dateien mit rechtsradikalem Inhalten" befunden. Der 21-Jährige soll sich den bisherigen Erkenntnissen zufolge schon seit längerem mit der Idee beschäftigt haben, einen Anschlag mit zahlreichen Toten zu begehen, um weltweit mediale Aufmerksamkeit zu erhalten.

Amtsgericht lehnte Haftantrag ab

Das Landgericht Lüneburg erließ am Freitag Haftbefehl wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und wegen des Verdachts der Terrorismusfinanzierung. Der Mann werde nun aus dem polizeilichen Gewahrsam in die Untersuchungshaft in einer Justizvollzugsanstalt gebracht. Zuvor hatte das Amtsgericht Hildesheim den Antrag auf Haft abgelehnt. Daraufhin legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde bei der Staatsschutzkammer des Landgerichts ein.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. Juni 2020 um 10:45 Uhr.

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