Die Deutsche Telekom steigerte ihren Umsatz auf 80,5 Milliarden Euro. | Bildquelle: dpa

Telekom-Mobilfunknetz "5G-Umbau verursachte Ausfälle"

Stand: 16.06.2020 13:54 Uhr

Im Telekom-Mobilfunknetz traten über Nacht massive Ausfälle auf. Nun erklärt der Konzern, Umbauarbeiten für den kommenden 5G-Standard hätten die Störung verursacht. Inzwischen sei das Problem aber behoben worden.

Umbauarbeiten am Netz der Deutschen Telekom für die neue Mobilfunkgeneration 5G haben in der Nacht zum Dienstag zu Störungen im Mobilfunknetz des Providers geführt. "Wir hatten in der Nacht einen Ausfall in unserer Infrastruktur. Das hängt damit zusammen, dass wir gerade aktiv das Netz umbauen", sagte Konzernchef Timotheus Höttges auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Wegen des bevorstehenden 5G-Starts werde die Telekom in den kommenden Wochen und Monaten im Netz viel umbauen. "Da ist es heute Nacht zu einem Ausfall gekommen. Dafür entschuldige ich mich, wenn Kunden davon betroffen sein sollten." Alle Infrastrukturen liefen nun wieder reibungslos.

Ausfälle in städtischen Großräumen

Ein Firmensprecher sagte, die Probleme seien seit etwa sieben Uhr morgens wieder behoben gewesen. "Man kann jetzt wieder normal telefonieren und den Datenverkehr nutzen." Die konkrete Fehlerursache sei noch unklar und werde nun analysiert. Höttges betonte, der Ausfall habe nichts mit der Einführung der Corona-Warn-App zu tun, die am Dienstagmorgen um zwei Uhr online gestellt wurde.

Das Festnetz war nicht betroffen, sondern lediglich Teile des Mobilfunknetzes. So hatten Telekom-Kunden über die Internetportale allestoerungen.de und netzwelt.de Probleme mit dem Mobilfunkempfang und mit dem mobilen Internet gemeldet, unter anderem in den Großräumen Berlin, Hamburg, Frankfurt und München.

US-Branchenaufsicht untersucht Störung

Zuvor hatte es auch im Netz der US-Tochter T-Mobile US Störungen gegeben. Das sei jedoch reiner Zufall, erklärte der Sprecher. Es gebe keinen Zusammenhang mit den Störungen im deutschen Netz.

Allerdings kündigte die US-Branchenaufsicht Federal Communications Commission (FCC) Konsequenzen wegen der Panne an. "Der Ausfall des T-Mobile-Netzwerks ist nicht akzeptabel. Die FCC leitet eine Untersuchung ein. Wir fordern Antworten - und das auch für die amerikanischen Verbraucher", erklärte der Leiter der Telekommunikations-Regulierungsbehörde, Ajit Pai, auf Twitter. T-Mobile hatte zuvor nicht sofort mit einer Stellungnahme auf die Störung reagiert.

1,1 Milliarden für den Mobilfunk

Die Ausfälle in Deutschland und den USA traten nur wenige Stunden vor dem Mobilfunkgipfel im Haus von Verkehrs- und Digitalminister Andreas Scheuer (CSU) auf. Die Teilnehmer wollen nicht nur darüber beraten, wie die letzten Funklöcher in Deutschland gestopft werden können, sondern auch wie die 1,1 Milliarden Euro vom Bund zu diesem Zweck verteilt werden sollen. Geplant seien außerdem eine Kommunikationsinitiative, um Ängste gegen den Mobilfunk abzubauen, und die Vereinfachung von Planungsverfahren, teilte ein Sprecher Scheuers mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Juni 2020 um 18:00 Uhr.

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