Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G". 18.03.2019, Mainz | Bildquelle: dpa

Auslaufmodell Festnetz Das Smartphone legt weiter zu

Stand: 15.05.2019 18:20 Uhr

Mobil auch Zuhause: Die Deutschen haben im vergangenen Jahr erstmals mehr über das Handy als über das Festnetz telefoniert. Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, liegt das Smartphone bei den Gesprächsminuten vorn.

Die Bundesnetzagentur verzeichnete im vergangenen Jahr etwa 119 Milliarden Gesprächsminuten über das Handy. Über das Festnetz waren es 107 Milliarden. 2017 lag das stationäre Telefon noch knapp vorn. Die Bundesbürger greifen jetzt aber immer seltener zum Telefon zuhause. Seit 2014 ist das Gesprächsvolumen um ein Drittel gesunken und das, obwohl die Zahl der Festnetzanschlüsse gewachsen ist. Laut Netzagentur von 2014 bis 2018 von 37,5 auf 38,8 Millionen Anschlüsse.

Mehr Whatsapp, weniger SMS

Auch die Zahl der SIM-Karten für Mobiltelefone hat seit 2014 kräftig zugelegt. Von knapp 113 auf 137 Millionen. Statistisch gesehen hat damit jeder Bundesbürger mehr als nur eine SIM-Karte. 1,7, um genau zu sein. Auch das Datenvolumen steigt und steigt. Es hat sich auf fast zwei Milliarden Gigabyte verfünffacht. Einen immer geringeren Anteil daran hat die SMS. Ihre Zahl hat sich mehr als halbiert, denn die Nutzer schreiben offenbar immer lieber über internetbasierte Messengerdienste wie Whatsapp oder Telegram.

Mobilpreise weiter im Sinkflug

Das Mobiltelefon zu nutzen wird für Verbraucher dabei immer günstiger, gleichzeitig sinken die Umsätze der Anbieter. 2012 haben sie pro registrierter SIM-Karte noch 13 Euro 80 umgesetzt. Im vergangenen Jahr waren es etwa zwei Euro weniger.

Seitdem Verbraucher ihren inländischen Mobilfunktarif zu gleichen Konditionen auch im EU-Ausland nutzen können, nutzen sie auch das Roaming deutlich intensiver. Die im Ausland abgehenden Verbindungsminuten haben 2018 gegenüber dem Vorjahr von 2,6 Milliarden auf 2,9 Milliarden zugelegt. Der im Ausland registrierte Datenverkehr wächst noch deutlich stärker. Er hat sich auf über 66 Millionen Gigabyte annähernd verdoppelt.

Die Datenmengen steigen, der 5G-Standard soll flächendeckend kommen | Bildquelle: dpa
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Die Datenmengen steigen, der 5G-Standard soll flächendeckend kommen.

Die Netze werden besser

Laut Bundesnetzagentur bauen die Anbieter ihre Netze immer weiter aus. Bei der auf Einwohner bezogenen LTE-Netzabdeckung erreichte Ende 2018 die Deutsche Telekom 98 Prozent, Vodafone 93 Prozent und Telefónica (O2) 88 Prozent. Bei allen Anbietern ist das eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr.

Damit nähern sich die drei großen Betreiber den Auflagen der Bundesnetzagentur für die laufende Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen des neuen Standards 5G. Die Behörde fordert unter anderem, dass die erfolgreichen Bieter bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte je Bundesland mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgen müssen. Diese Geschwindigkeiten sind auch mit dem aktuellen LTE-Standard erreichbar.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Mai 2019 um 07:38 Uhr.

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