Interview

VDI-Expertin über Frauen in technischen Berufen Warum gibt es so wenig Ingenieurinnen, Frau Pageler?

Stand: 17.06.2008 17:11 Uhr

Eine Arbeiterin kontrolliert eine Destillationsanlage
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Arbeit in der Chemieindustrie

Ausbildung zur Mechatronikerin und Fachabi
tagesschau 14:00 Uhr, 17.06.2008, Justus Kliss, RBB

Studie "Vereinbarkeit von Beruf, Karriere und Familie"

In der Studie des VDI gibt die Hälfte der befragten Ingenieure in Führungspositionen an, dass ihre Karrierepläne von ihren Kindern nicht beeinflusst werden. Von den Ingenieurinnen in Führungspositionen äußert sich nur jede Fünfte so. Die Mehrzahl der befragten Frauen wünscht sich weniger Überstunden und die Möglichkeit für Teilzeitarbeit.

VDI

Sylke Pageler
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Sylke Pageler

Wenige Frauen

Obwohl 56 Prozent der Abiturienten weiblich sind, ist die Frauenquote bei den Abgängern technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge im Europavergleich unterdurchschnittlich. Von den Hochschulabsolventen der Ingenieurwissenschaften sind in Deutschland nur 22 Prozent Frauen. Niedriger liegen nur Großbritannien (21 Prozent), Österreich (20), die Niederlande (16) und die Schweiz (15). Nach Angaben des Bundesbildungsministeriums beträgt der EU-Durchschnitt 27 Prozent. Auch im Bereich Mathematik und Informatik hat Deutschland mit einem Frauenanteil von 26 Prozent Nachholbedarf gegenüber dem EU-Schnitt von 29 Prozent. In Biowissenschaften, Physik und Agrarwissenschaften weisen nur Griechenland (47), die Niederlande (46) und die Schweiz (41) einen geringeren Frauenanteil aus. Der EU-Schnitt ist 54 Prozent. 2007 gab es 72.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieurinnen. Das entspricht einem Anteil von 11 Prozent.

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