Bischof Tebartz-van Elst
Hintergrund

Luxusflug, Protzbau und autoritärer Führungsstil Die Vorwürfe gegen den Bischof

Stand: 12.10.2013 15:12 Uhr

Franz-Peter Tebartz-van Elst ist seit 2008 Bischof von Limburg. Bereits zu Anfang seiner Amtszeit tauchte der Vorwurf auf, sein Führungsstil sei "autoritär". In der aktuellen Affäre geht es um zwei konkrete Punkte: Die Kostenexplosion beim Bau seines Wohn- und Amtssitzes und den Vorwurf der Lüge im Zusammenhang mit einem Flug nach Indien.

Für den Bau des Bischofssitzes waren ursprünglich 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Im Juni 2013 gab die Diözese die Kosten dann mit 10 Millionen Euro an. Inzwischen ist klar, dass der Bau mindestens 31 Millionen Euro kostet. Die Diözese begründete die Kostensteigerung unter anderem mit dem schwierigen Baugrund auf dem Limburger Domberg und Auflagen des Denkmalschutzes. Der hessische Denkmalschutz bestreitet aber, hohe Auflagen gemacht zu haben.

Bischof Tebartz-van Elst

Franz-Peter Tebartz-van Elst ist seit 2008 Bischof von Limburg. Er ist 53 Jahre alt.

Protzerei und Luxuswünsche

Kritiker sehen als Ursache der Kostenexplosion Protzerei und Luxuswünsche des Bischofs. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft nach mehreren Anzeigen Vorwürfe der Untreue. Der Sprecher des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats, Riber, warf dem Bischof vor, gelogen zu haben, als er die Kosten im Juni mit 10 Millionen Euro angab.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg beantragte zudem Strafbefehl gegen den Bischof. Dabei geht es um den Verdacht eidesstattlicher Falschaussage. Hintergrund ist ein komplizierter Rechtsstreit zwischen dem Bischof und dem "Spiegel". Dabei geht es um Angaben des Bischofs zu einem Erste-Klasse-Flug nach Indien, wo er 2012 Armen-Projekte besuchte. Laut Staatsanwaltschaft gab Tebartz-van Elst in einer eidesstattlichen Erklärung an, vom "Spiegel" nicht nach der Klasse des Flugs gefragt worden zu sein. Dies sei falsch, so die Staatsanwaltschaft.

Neubau des Bischofssitzes des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst.

Neubau des Limburger Bischofssitzes. Die Kosten sind inzwischen auf 31 Millionen Euro gestiegen.

Laut "Spiegel" hatte Tebartz-van Elst dem Magazin mit Hilfe dieser eidesstattlichen Erklärung untersagt zu behaupten, der Bischof sei erste Klasse geflogen. Der Anwalt des Bischofs räumte laut "Spiegel" allerdings ein, dass es bei dem Flug ein Upgrade mittels Bonus-Meilen gegeben habe und stellte später klar, dass es sich um ein Upgrade in die erste Klasse gehandelt habe.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Oktober 2013 um 15:00 Uhr.