Anlagen des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen | Bildquelle: dpa

Tarifeinigung in der Chemiebranche Mehr Geld und ein "Zukunftskonto"

Stand: 22.11.2019 16:43 Uhr

Die etwa 580.000 Beschäftigten in der deutschen Chemie- und Pharmabranche bekommen mehr Geld. Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich auf Lohnsteigerungen, zusätzliche freie Tage und eine Pflegezusatzversicherung.

Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC haben sich in der zweiten Runde ihrer Tarifgespräche in Wiesbaden auf ein Lohnplus von 1,5 Prozent ab Juli 2020 verständigt. Ab Juli 2021 sollen die Bezüge um weitere 1,3 Prozent steigen, wie beide Seiten mitteilten. Den Zeitraum bis Juli 2020 decken Einmalzahlungen ab.

Zusatzleistungen waren für Gewerkschaft wichtig

Zum Paket gehört auch die Schaffung eines sogenannten "Zukunftskontos", das die Gewerkschaft gefordert hatte: Es startet 2020 mit zwei freien Tagen und wächst bis 2022 auf fünf freie Tage pro Jahr oder 23 Prozent eines tariflichen Monatseinkommens. Vereinbart wurde den Angaben zufolge auch die Einrichtung einer tariflichen Pflegezusatzversicherung, die durch die Arbeitgeber finanziert wird und die Finanzierungslücke bei Eintritt des Pflegefalls weitgehend schließen soll.

Georg Müller (l), Verhandlungsführer der Arbeitgeber, und Ralf Sikorski, Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG BCE, geben sich vor Beginn der bundesweiten Chemie-Tarifrunde im Oktober 2019 die Hand. | Bildquelle: dpa
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Bei der Bewertung der Branchenzahlen haben die Verhandlungsführer unterschiedliche Ansichten, auf einen Abschluss haben sie sich nun dennoch geeinigt.

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie betonte, das Abkommen gebe Betrieben Planungssicherheit. Er sprach von der längsten Laufzeit seit 1987 und verwies auf Leermonate für 2019.

Die Chemie- und Pharmaindustrie hatte 2018 einen Rekordumsatz von 203 Milliarden Euro erzielt. Der Arbeitgeberverband der Branche rechnet für 2019 aber mit einem Umsatzrückgang.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. November 2019 um 17:00 Uhr.

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