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Lindner in den tagesthemen "Jamaika ist eine tragfähige Option"

Stand: 06.10.2021 21:54 Uhr

FDP-Chef Lindner hält im Gegensatz zu CSU-Chef Söder ein Jamaika-Bündnis noch nicht für gescheitert. Alle Parteien müssten gesprächsbereit bleiben, sagte er in den tagesthemen. Dieser Appell gehe "insbesondere an die Adresse der CSU".

FDP-Chef Christian Lindner hat die Einschätzung des CSU-Vorsitzenden Markus Söder kritisiert, wonach rot-grün-gelbe Gespräche eine "de-facto-Absage an Jamaika" seien. "Ich bedauere diese Aussage von Markus Söder", sagte Lindner in den tagesthemen. "Für die FDP ist klar, die inhaltlichen Überschneidungen mit der Union sind die größten. Jamaika ist deshalb für uns unverändert eine tragfähige Option."

Auf die Frage, ob ihn die Indiskretionen der CDU oder die Querelen der CSU dazu veranlasst hätten, zunächst Gespräche mit SPD und Grünen zu führen, sagte Lindner, er wolle andere Parteien jetzt nicht beurteilen. Aber: "In der herausfordernden Situation sollten alle demokratischen Parteien gesprächsbereit bleiben - das sage ich ausdrücklich auch an die Adresse der CSU." Man werde nun zunächst mit der SPD schauen, ob Gemeinsamkeiten gefunden werden können, weil die Öffentlichkeit ja "die Diskussionen innerhalb der Unionsparteien über Regierungswille und auch über die Geschlossenheit" verfolge.

"Die FDP muss Verantwortung übernehmen"

Es gehe jetzt darum, dass Deutschland eine stabile Regierung brauche, betonte Lindner. "Unser Land darf nicht in einen perspektiv- und führungslosen Drift geraten", sagte er. "Und da andere gegenwärtig offenbar nicht in der Lage sind, zu dieser Stabilität beizutragen, müssen andere, muss die FDP Verantwortung übernehmen."

Mit Blick auf die Gespräche mit SPD und Grünen sagte Lindner, dass die Unterschiede zwischen diesen Parteien und der FDP groß seien. Man werde die vor der Wahl versprochene "Politik der Mitte" aber in jedem Fall umsetzen. "Egal, welche Koalition zustande kommt, die FDP wird dafür sorgen, dass Deutschland nicht nach links rückt, sondern nach vorne geht", so Lindner. Wichtig sei, dass eine Koalition am Ende auch die Interessen und Werte derer berücksichtige, die eine solche Koalition nicht gewählt haben.