Polizeiwaffe | Bildquelle: a (Hamann)

Zugriff in Düsseldorf Mutmaßlicher Kriegsverbrecher festgenommen

Stand: 02.03.2017 13:29 Uhr

In Deutschland sind zwei Syrer festgenommen worden, die der Terrorgruppe Al-Nusra-Front angehören sollen. Einer der Verdächtigen soll 2013 in Syrien 36 Menschen exekutiert haben. Die Männer lebten im Raum Gießen beziehungsweise in Düsseldorf.

Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Mitglieder der syrischen Terrororganisation Al-Nusra-Front festnehmen lassen. Der Zugriff sei bereits gestern beziehungsweise am Dienstag erfolgt. Die Wohnungen der Beschuldigten seien durchsucht worden.

Dem 35-jährigen Abdalfatah H. A. wirft die Bundesanwaltschaft Kriegsverbrechen vor. Er soll im März 2013 zusammen mit weiteren Mitgliedern seiner Kampfeinheit in Syrien 36 Mitarbeiter der syrischen Regierung getötet haben. Er habe ein sogenanntes Scharia-Todesurteil vollstreckt. Inzwischen lebte er in Düsseldorf, wo er von der Polizei festgenommen wurde.

Verbindung zu IS-Zelle

Der jüngere Beschuldigte Abdulrahman A. A. soll in derselben Einheit wie H. A. aktiv an Kämpfen teilgenommen haben, unter anderem im November 2013 bei der Einnahme eines Waffendepots bei Mahin. Der 26-jährige verwaltete zudem Gelder und Fahrzeuge der von ihm 2013 mitgegründeten Kampfeinheit der Al-Nusra-Front. Er lebte im Regierungsbezirk Gießen.

Die Bundesanwaltschaft wirft ihm außerdem Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor. Hier gibt es einen Zusammenhang zu der im Juni 2016 zerschlagenen Terrorzelle, die im Auftrag der Organisation "Islamischer Staat" (IS) einen Anschlag in Düsseldorf geplant haben soll: Einer der vier Verdächtigen, Abd Arahman A. K., soll ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern der Kampftruppe der Al-Nusra-Front zählen. Die IS-Zelle wollte nach Überzeugung der Ermittler ein Blutbad in der Düsseldorfer Altstadt anrichten. A.K. sitzt wie seine drei mutmaßlichen Komplizen in Untersuchungshaft.

Die Beschuldigten werden heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug von Untersuchungshaft entscheiden wird.

Die Al-Nusra-Front kämpft noch immer in Syrien. Sie hat sich inzwischen in Dschabhat Fatah Scham, also etwa "Eroberungsfront der Levante", umbenannt und sich nach eigenen Angaben von der Dachorganisation Al Kaida losgesagt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. März 2017 um 11:00 Uhr.

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