Ein Tornado der Bundeswehr startet Richtung Incirlik in der Türkei.  | Bildquelle: dpa

Bundeswehr-Einsatz in Syrien Werbetour für militärische Solidarität

Stand: 13.09.2018 19:07 Uhr

Die USA werben für eine Beteiligung Deutschlands an Militärschlägen gegen Assad, falls dieser Chemiewaffen einsetzt. Dafür schicken sie einen der angesehensten Diplomaten nach Berlin.

Von Christian Thiels, ARD-Hauptstadtstudio

In Berlin ist dieser Tage viel von Verantwortung die Rede. Deutschland könne nicht abseits stehen, falls Syriens Präsident Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung einsetzt, heißt es. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte im Bundestag, dass die Weltgemeinschaft dies nicht "mit einem Achselzucken quittieren" könne. "Die Weltgemeinschaft, das sind wir alle. Also auch Deutschland", so von der Leyen.

Doch was genau soll Deutschland tun? Washington wirbt derzeit massiv um Unterstützung für eine mögliche militärische Reaktion. Und schickt dafür nun auch einen seiner anerkanntesten Diplomaten nach Berlin. James Jeffrey war Botschafter im Irak und in der Türkei, er diente als stellvertretender nationaler Sicherheitsberater unter Präsident George W. Bush. Und er kennt Deutschland gut - viele Jahre war er in München tätig.

Interview mit dem US-Sondergesandten für Syrien James Jeffrey
tagesschau24, 13.09.2018

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"Jede Unterstützung ist behilflich"

Nun ist er Sondergesandter für Syrien und versucht, die Haltung seines Landes in Gesprächen mit der Bundesregierung zu verdeutlichen und Berlin mit ins Boot zu holen, sollte man militärisch gegen Assad vorgehen.

Für Jeffrey ist klar: "Jede Unterstützung ist behilflich. Aber keine Unterstützung ist so glaubwürdig wie militärische Unterstützung", sagte der Sondergesandte im Interview mit dem ARD-Hauptstadtstudio. Man versuche aktuell, sich so viel Unterstützung wie möglich zu sichern. Wenn Frankreich und Großbritannien dabei seien, "warum dann nicht auch die anderen?", so Jeffrey.

Verständnis für die Diskussion

Für die Debatte in Deutschland hat er Verständnis. Er verstehe das Problem, aber er verweist darauf, dass die Deutschen sich bereits an mehreren Konflikten beteiligt hätten - etwa in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan: "Warum nicht auch - wenn es hart auf hart kommt - in Syrien?"

Aus seinen Gesprächen mit deutschen Regierungsvertretern berichtet Jeffrey von Unterstützung für die amerikanische Syrien-Politik und auch für mögliche Luftangriffe durch die USA. Aber ob Berlin sich schließlich selbst militärisch engagieren wolle, könne er nicht einschätzen.

Helfer beseitigen Schutt nach Zerstörungen mutmaßlich durch Regierungstruppen in der Stadt Al Habit in der syrischen Povinz Idlib. | Bildquelle: AFP
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Helfer beseitigen Schutt nach Zerstörungen mutmaßlich durch Regierungstruppen in der Stadt Al Habit in der syrischen Povinz Idlib.

Bodenoffensive verhindern

Ziel der USA sei aber zunächst einmal, die Bodenoffensive gegen Idlib auf diplomatischem Wege zu verhindern. Falls Assad und seine Verbündeten doch losschlagen, werde es eine starke Reaktion der USA geben. Allerdings betont Jeffrey, dass diese wohl nicht in Form von Luftangriffen ausfallen werde. Man könne schließlich auch ohne unmittelbare militärische Aktionen auf militärische Operationen reagieren.

Als Beispiel nennt Jeffrey Sanktionen wie im Falle des Konfliktes im Osten der Ukraine. Eine militärische Reaktion behält sich Washington im Fall Syrien für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrischen Streitkräfte vor. Ziel sei es jedoch zu verhindern, dass diese Situation eintritt.

Dabei spielt aus Sicht des US-Sondergesandten auch das Verhalten von Russland und des Iran eine wichtige Rolle. Welche Ziele Moskau über die Sicherung von Militärbasen in der Region hinaus im Sinn habe, wisse er nicht. Eines sei aber klar: Eine Ausdehnung der Macht Irans, wie etwa im Südlibanon oder im Jemen, müsse man unterbinden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. September 2018 um 11:00 Uhr.

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