Kardinal Reinhard Marx (links im Bild) und Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, im angeregten Gespräch. | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX

Abschluss der Synodalversammlung "Neues und anderes Bild" von Kirche

Stand: 01.02.2020 16:31 Uhr

Nach der ersten Synodalversammlung zur Zukunft der katholischen Kirche zeigt sich Kardinal Marx zuversichtlich. Auch aus dem Ausland kommt Zuspruch - doch nicht alle Teilnehmer ziehen eine positive Bilanz.

Führende Amts- und Würdenträger der katholischen Kirche in Deutschland haben nach dem Abschluss der ersten Synodalversammlung zur Zukunft der Kirche eine positive Bilanz gezogen. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, sagte, er sei zuversichtlich, was den Fortgang des begonnenen Reformdialogs angehe. Die Erwartungen wie auch die Befürchtungen im Vorfeld seien groß gewesen - und man dürfe nach diesem ersten Treffen auch noch keine Lösung aller Probleme erwarten.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, sagte, bei der Beratung zwischen katholischen Bischöfen und Laien habe sich ein neues und anderes Bild von Kirche gezeigt, das "zeitgerechter" sei: "In den kommenden Monaten müssen wir noch konkreter werden."

Kölner Erzbischof Woelki entsetzt

Auf dem Synodalen Weg wollen die deutschen katholischen Bischöfe und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken - also Laien - über die Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland beraten. Ein Ziel ist, nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Die Initiative, die es in dieser Form in der katholischen Kirche noch nie gab, ist auf zunächst zwei Jahre angelegt und hat beratenden Charakter. Ihre Schwerpunktthemen sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki teilte die positive Einschätzung Marx und Sternbergs nicht. All seine Befürchtungen seien wahr geworden, sagte er dem Portal "domradio.de": Mit der Synodalversammlung sei "quasi ein protestantisches Kirchenparlament" ins Werk gesetzt worden. Er fühle sich nicht an mögliche Beschlüsse des Synodalen Wegs gebunden.

Relevanz auch für "andere Kirchen in Westeuropa"

Im Ausland fand der von der katholischen Kirche begonnene Reformdialog hingegen viel Anerkennung. Ihm haben der Ernst der Debatte und die Demut imponiert, mit der die Bischöfe auf Augenhöhe mit den Laien diskutiert hätten, sagte Bischof Didier Berthet, Beobachter der Französischen Bischofskonferenz. Oft sei aber die Kirche zu stark aus einer Perspektive der Macht gesehen worden.

"Was hier diskutiert wird, beschäftigt mindestens auch die anderen Kirchen in Westeuropa, vielleicht sogar darüber hinaus", sagte Theo Peporte, ehemaliger Sprecher des Erzbistums Luxemburg. "Ich bin überzeugt, dass der gesellschaftliche Wandel den kirchlichen Wandel mit sich bringt."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Februar 2020 um 17:00 Uhr.

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