Ein SUV steht am Straßenrand. | dpa

Bußgeld-Urteil gegen SUV-Fahrer Groß, schwer, gefährlich

Stand: 29.06.2022 14:40 Uhr

Bei Rot über die Ampel: Das kostet für einen Fahrer in Frankfurt am Main nun 350 statt 200 Euro. Denn er saß in einem SUV - und die sind laut einem Gerichtsurteil gefährlicher als andere Autos.

Wer mit einem SUV ("Sport Utility Vehicle") über eine rote Ampel fährt, der muss laut einem Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main unter Umständen mit einem höheren Bußgeld als üblich rechnen. Demnach ist dieses Szenario noch gefährlicher als bei herkömmlichen Autos - und somit auch rechtlich gravierender.

Sowohl die kastenförmige Bauweise als auch die "wegen der größeren Bodenfreiheit erhöhte Frontpartie" in einem SUV führten zu einem höheren Risiko, andere Menschen im Straßenverkehr zu verletzen. Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig - sie kann also angefochten werden.

Regelstrafe lag bei 200 Euro

Im konkreten Fall war eine Person in Frankfurt am Main an einer Ampel geblitzt worden. Diese stand bereits seit mehr als einer Sekunde auf Rot. Die dafür im Bußgeldkatalog aufgeführte Regelstrafe von 200 Euro setzte das Gericht auf 350 Euro herauf. Noch dazu verhängte es ein einmonatiges Fahrverbot. Die Person hatte bereits mehrere Einträge im Fahreignungsregister des Kraftfahrtbundesamts in Flensburg.

Schon jetzt können LKW-Fahrer, die gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen, strenger bestraft werden als Fahrer eines PKW. Wegen ihrer Größe und Schwere werden Laster - ähnlich wie SUV im Urteil aus Frankfurt am Main - für gefährlicher gehalten als kleinere Fahrzeuge.

(AZ 974 OWi 533 Js- OWi 18474/22)

Über dieses Thema berichtete hr-Info am 29. Juni 2022 um 13:30 Uhr.