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Proteste in Berlin "Viele glauben nicht, dass es Corona gibt"

Stand: 02.08.2020 00:24 Uhr

In Berlin haben Zehntausende Menschen gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. Mit den einzelnen Maßnahmen habe dies aber weniger zu tun, erklärt Experte Sundermeyer. "Viele meinen, dass sie systematisch belogen werden."

Vor dem Hintergrund der Proteste in Berlin hat der Rechtsextremismus-Experte Olaf Sundermeyer in den tagesthemen von einem Aufbäumen einer Protestbewegung gesprochen. Bei der Kundgebung habe sie versucht, noch einmal eine große Bühne zu bekommen.

Laut Polizeiangaben hatten rund 20.000 Menschen in der Hauptstadt gegen die Abstands- und Hygiene-Regeln der Bundesregierung demonstriert, obwohl viele Beschränkungen bereits wieder aufgehoben worden sind.

Tausende aus Stuttgart angereist

Nach Angaben Sundermeyers gibt es allerdings gar keinen Zusammenhang mit der tatsächlichen Situation und den Lockerungen. "Wir haben sehr viele Impfgegner, Reichsbürger und Menschen, die nicht daran glauben, dass es Corona überhaupt gibt." Die Demonstranten seien der Meinung, die Pandemie sei eine Erfindung der Bundesregierung, um das Volk zu gängeln. "Viele meinen, dass sie systematisch belogen werden", so der Experte.

Laut Sundermeyer sind allein 5000 Menschen aus Stuttgart angereist, wo bereits vor Wochen die ersten großen Anti-Corona-Demos stattgefunden haben. "Daraus ist ein Netzwerk entstanden, das sich 'Querdenken' nennt." Die "Querdenker" hätten sich in Berlin mit Menschen aus dem Pegida-Umfeld, AfD-Aktivisten und NPD-Leuten gemischt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. August 2020 um 23:15 Uhr.