Angeklagter im Stutthof-Prozess | Bildquelle: dpa

Angeklagter erkrankt Prozess gegen Ex-SS-Mann ausgesetzt

Stand: 13.12.2018 12:55 Uhr

Der Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann ist geplatzt. Der Mann aus dem Kreis Borken liegt im Krankenhaus. Das Landgericht Münster hält ihn für verhandlungsunfähig.

Der Prozess gegen einen ehemaligen KZ-Wachmann aus dem Kreis Borken ist geplatzt, eine Neuauflage des Verfahrens fraglich. Der 95-Jährige liegt wegen einer schweren Herz- und Nierenerkrankung im Krankenhaus, das Landgericht Münster hält ihn daher für nicht verhandlungsfähig.

"Gesundheitszustand hat sich verschlechtert"

Wann es dem Angeklagten besser gehen werde, sei derzeit nicht absehbar, sagte ein medizinischer Gutachter am Donnerstag (13.12. 2018) vor Gericht. In den vergangenen Wochen habe sich sein Gesundheitszustand verschlechtert. Es sei zwar möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, dass sich der Mann wieder erhole, sagte der Mediziner.

Erneute Untersuchung im Januar

Weil der Gerichtsprozess maximal drei Wochen unterbrochen werden darf, entschieden sich die Richter dafür, das Verfahren auszusetzen. Falls sich der Gesundheitszustand des Angeklagten wieder bessert, würde die Hauptverhandlung noch einmal ganz neu beginnen. Ein medizinischer Gutachter soll den Mann im Januar erneut untersuchen.

Bislang letzter Verhandlungstag am 22. November

Am bisher letzten Prozesstag mit dem Angeklagten am 22. November hatte dessen Aufmerksamkeit deutlich nachgelassen. Die Verhandlung wurde daraufhin abgebrochen. Der Mann musste sich in den vergangenen Wochen wegen Beihilfe zum Mord in mehreren hundert Fällen im Konzentrationslager Stutthof verantworten. Der Prozess gegen ihn hatte am 6. November 2018 begonnen.


Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Dezember 2018 um 15:00 Uhr.

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