Spaziergänger sind mit wetterfester Kleidung und Regenschirmen bei Regen und Wind am Ostseestrand unterwegs. | dpa

Warnung des Wetterdienstes Schwere Sturmfronten nähern sich

Stand: 16.02.2022 17:37 Uhr

Es wird stürmisch: Wegen zweier nahender Orkantiefs gibt es für weite Teile Deutschlands Unwetterwarnungen. Erste Bahnverbindungen wurden gestrichen. In Nordrhein-Westfalen bleiben morgen die Schulen dicht.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor heftigem Sturm - vor allem im Norden, im Osten und in der Mitte Deutschlands. Ab der Nacht zum Donnerstag werden verbreitet schwere Sturmböen mit bis zu 100 km/h erwartet. Teils ist auch mit Orkanböen mit bis zu 120 km/h zu rechnen. Es handle sich um eine "ausgewachsene Sturmlage", in der im Tiefland mit seltenen Windgeschwindigkeiten gerechnet werden müsse, hieß es vom DWD.

Unwetterwarnungen gelten auch für Gebirgslagen in Süddeutschland, etwa Schwarzwald und Alpenrand. Der Wetterdienst und die Katastrophenschutzbehörden von Bund und Ländern warnen vor Gefahren durch entwurzelte Bäume, herabfallende Dachziegel und umherfliegende Gegenstände. Schäden an Gebäuden seien ebenso möglich wie Störungen des Verkehrs.

Menschen sollten den Aufenthalt im Freien möglichst vermeiden. Insbesondere vor dem Betreten von Wäldern und Parkanlagen wird gewarnt.

Einige Länder stellen Schulbesuch frei, NRW sagt Unterricht ab

In Nordrhein-Westfalen ordnete das Schulministerium einen landesweiten Unterrichtsausfall am Donnerstag an. Schulministerin Yvonne Gebauer sagte, die Entscheidung sei nach Rücksprache mit dem DWD gefallen. Sie wolle nicht, dass Schüler "im Auge des Sturms" die Schulen aufsuchen.

Rheinland-Pfalz und das Saarland stellen den Schulbesuch frei. Das heißt, dass Eltern und volljährige Schüler selbst entscheiden können, ob der Schulweg zumutbar ist. Auch Schleswig-Holstein und Hessen stellen den Schulbesuch am Donnerstag frei, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Während Bremen für Donnerstag digitalen Fernunterricht ankündigt, haben in Niedersachsen einige Kommunen den Unterricht abgesagt.

Behinderungen auf Straßen und Schienen erwartet

Vielerorts gehen bereits Feuerwehren in Alarmbereitschaft und stellen sich auf zahlreiche Einsätze ein. Auch auf den Straßen und Schienen rüsten sich die Betriebe für den Sturm. Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr sind laut DWD möglich. "Die Deutsche Bahn beobachtet die aktuelle Wetterentwicklung und bereitet sich auf diese vor", teilte ein Bahnsprecher mit. Mitarbeitende und Einsatzfahrzeuge würden in Bereitschaft versetzt, "um eventuelle Sturmschäden schnell beseitigen zu können".

In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg wurden für den Donnerstag bereits erste Bahnverbindungen gestrichen. Betroffen sind vor allem Fahrten in den Morgenstunden, da zunächst die Strecken erkundet werden müssten, teilte die Bahn mit. Nachfolgende Bahnen würden teils langsamer fahren als üblich, wodurch es zu Verspätungen komme. Fahrgäste sollten sich daher aktuell über ihre Fahrten informieren.

Tickets im Fernverkehr will die Bahn kulant behandeln: Wer wegen des Sturms seine Reise am Donnerstag und Freitag nicht antreten wolle, könne die Fahrkarte kostenlos stornieren oder "flexibel" für andere Fahrten nutzen, hieß es. Die Regelung gelte bis nächsten Mittwoch.

Hochwasser an der Nordseeküste

An der Nordsee und den Flüssen Elbe und Weser muss mit einer Sturmflut gerechnet werden. Sie soll aber mit eineinhalb Metern über dem mittleren normalen Hochwasser überschaubar ausfallen.

Auf "Ylenia" folgt "Zeynep"

Laut Wetterdienst soll nach dem Durchzug des ersten Orkantiefs "Ylenia" am Donnerstagnachmittag und in der Nacht zum Freitag eine vorübergehende Wetterberuhigung eintreten, bevor ab Freitag dann Orkantief "Zeynep" heranzieht.

Damit einhergehen sollen erneut starke Winde bis hin zu Orkanböen sowie teilweise kräftiger Regen. Den Meteorologen zufolge waren die Vorhersagen für dieses Orkantief bislang aber noch vergleichsweise unsicher.