Auf einer Anzeigetafel am Bahnhof Hamburg Altona wird vor Unwetter gewarnt.  | Bildquelle: dpa

Bundesligaspiel abgesagt Deutschland rüstet sich für Sturmtief

Stand: 09.02.2020 12:06 Uhr

Vorboten von "Sabine" haben Deutschland erreicht. Der DWD gab die zweithöchste Unwetterwarnstufe heraus. Ein Bundesligaspiel wurde abgesagt. Außerdem wurden Flug-, Fähr- und Zugverbindungen gestrichen.

Die ersten Vorboten des Orkantiefs "Sabine" haben Deutschland erreicht. Im Westen und Nordwesten gab es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bereits erste stürmische Böen. Vorsorglich wurde das Fußball-Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln abgesagt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass eine sichere Abreise der Fans nicht gewährleistet werden könne. Im Bahn- und Fährverkehr wurden etliche Verbindungen gestrichen.

Der DWD gab für weite Teile Deutschlands die zweithöchste Unwetterwarnstufe heraus. "Es wird jetzt langsam stärker", sagte Michael Hagen vom DWD in Offenbach. In Teilen des Schwarzwaldes gelte sogar die höchste der insgesamt vier Warnstufen.

Ausläufer von Sturmtief "Sabine" erreichen Nordeuropa
tagesschau 13:15 Uhr, 09.02.2020

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Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km pro Stunde

Der Sturmtief werde die ganze Nacht von Norden nach Süden durch das Land ziehen. Auf den Straßen sei dann Vorsicht geboten. Es könnten Äste herabstürzen oder auch Ziegel. Begleitet wird der befürchtete Orkan laut DWD vielerorts von heftigen Schauern und Gewittern. In der Nacht zum Montag werden Windgeschwindigkeiten von rund 120 Kilometern pro Stunde erwartet.

Im Laufe des Tages breitet sich "Sabine" wohl mit schwerem Sturm und einzelnen Orkanböen auf den gesamten Norden und die Mitte des Landes aus. In der Mitte werde der Höhepunkt des Sturms in der Nacht zum Montag erreicht, im Süden am frühen Montagmorgen. Begleitet wird der Orkan vielerorts von heftigen Schauern und Gewittern.

"Sabine" sei ein Wintersturm, wie er im Schnitt alle zwei Jahre vorkomme, heißt es beim DWD. Die Bevölkerung müsse gewarnt, aber nicht alarmiert sein: Von einem "Horror- oder Monsterorkan" könne keine Rede sein. So stark wie "Kyrill" im Jahr 2007 oder "Lothar" 1999 werde "Sabine" nicht werden.

Stadion des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach
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54.000 Fans hatten Karten für das Spiel im Gladbacher Stadion.

Spielabsage nach Analyse des Wetterberichts

Das abgesagte Bundesligaspiel sollte eigentlich um 15.30 Uhr angepfiffen werden und wäre um kurz vor 17.30 Uhr beendet gewesen. Während dieses Zeitraumes wird zwar noch kein Unwetter erwartet, das Sturmtief soll jedoch unmittelbar danach durch die Region ziehen.

Daher entschloss sich die gastgebende Borussia in Abstimmung mit der Stadt Mönchengladbach, der Feuerwehr, der Polizei und der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu der Absage. Die Entscheidung sei am frühen Morgen nach einer Analyse der Wetterprognose gefallen, hieß es in einer Mitteilung des Bundesligisten. Der Borussia-Park war mit 54.022 Zuschauern ausverkauft.

Erste Zugverbindungen gestrichen

Die Deutsche Bahn kündigte den Ausfall zahlreicher Zugverbindungen an. So seien die Küstenregionen und stark sturmgefährdete Regionen wie Emden, Norddeich, Kiel und Westerland ab der Mittagszeit nicht mehr mit Fernverkehrszügen zu erreichen, teilte das Unternehmen mit. Diese Einschränkung betreffe beispielsweise IC-Züge zwischen Norddeich und Hannover/Koblenz, ICE-Verbindungen zwischen Hamburg und Kiel beziehungsweise Westerland sowie die Strecken des EC zwischen Hamburg und Kopenhagen/Aarhus. Der Sylt Shuttle verkehrt demnach von Niebüll das letzte Mal um 12.05 Uhr, von Westerland um 12 Uhr.

Auf einer Anzeigetafel am Hamburger Bahnhof Altona wird vor Unwetter gewarnt. | Bildquelle: dpa
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Von Hamburg fahren keine Züge mehr nach Sylt.

Gestern bereits hatte die Bahn ihre Kunden vorgewarnt: "Wir empfehlen unseren Reisenden von Sonntag, 09.02.2020, bis Dienstag, 11.02.2020, ihre geplante Reise auf einen anderen Tag zu verschieben." Alle Fernverkehrstickets für Sonntag, Montag und Dienstag könnten bis zum 18. Februar benutzt werden. Auch eine kostenlose Stornierung sei möglich. Dies gilt der Bahn zufolge auch für Fahrkarten mit Zugbindung.

Wer eine Sitzplatzreservierung gebucht hat, könne diese kostenfrei umtauschen. Die Bahn riet Reisenden außerdem, vor Fahrtantritt ihre Zugverbindung noch einmal im Internet, der Bahn-App oder über die Telefonhotline zu prüfen.

Vor dem Sturmtief "Sabine" werden überall Vorkehrungen getroffen
tagesschau24 09:00 Uhr, 09.02.2020, Griet von Petersdorff, RBB

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Flugstreichungen in Hamburg, Hannover und Bremen

Auch der Luftverkehr über ganz Europa könnte wegen des Orkantiefs beeinträchtigt werden. Am Hamburger Flughafen sind zahlreiche Flüge gestrichen worden. Betroffen sind vor allem Inlandsverbindungen der Lufthansa sowie der Tochtergesellschaft Eurowings in den Süden Deutschlands. Flugannullierungen gebe es voraussichtlich bis Dienstag, erklärte die Lufthansa. Außerdem könne es zu Verspätungen kommen. Von den Streichungen sind bislang 17 Abflüge und 18 Landungen betroffen. Fluggästen wird geraten, sich online nach dem Status ihrer Verbindungen zu erkundigen und sich gegebenenfalls mit den Airlines direkt in Verbindung zu setzen.

Auch an den Flughäfen Hannover und Bremen wurden etliche Flugverbindungen gestrichen. In Hannover sind Flüge von und nach Paris, Amsterdam, München und Frankfurt betroffen. Am Bremer Airport geht es ebenfalls um Verbindungen nach Frankfurt, München, Amsterdam sowie nach Stuttgart. Der übrige Flughafenbetrieb sei derzeit aber nicht beeinträchtigt, sagte ein Sprecher des Bremer Flughafens.

Folgen für Nord- und Ostsee

An der kompletten Nordsee droht eine Sturmflut. Etliche Fährverbindungen zu den Nordseeinseln wurden eingestellt. Betroffen ist etwa die Verbindung nach Wangerooge und zwischen Helgoland und Cuxhaven sowie auf mehreren Strecken über die Ostsee.

Weil es in den beiden zurückliegenden Jahren sehr trocken war, sind viele Bäume geschwächt. "Bei den zu erwartenden Windgeschwindigkeiten von deutlich über 100 Kilometern pro Stunde könnten diese Bäume reihenweise umfallen und dann nahezu überall zu massiven Verkehrsbehinderungen führen", warnte Matthias Habel von WetterOnline.

Schulfrei in NRW

Behörden und Unternehmen ergreifen bereits Vorsichtsmaßnahmen. Das Kultusministerium in Nordrhein-Westfalen etwa ermöglicht den Schulen des Landes, am Montag geschlossen zu bleiben.

In einem Schreiben im Online-Bildungsportal des Ministeriums werden Schulleiter dazu aufgerufen, Vorsorge für ihre Schule zu treffen. Dabei sei unter anderem zu beachten, dass Eltern selbst entscheiden, ob der Schulweg für ihre Kinder zumutbar und sicher ist. Wenn ein Kind zu Hause bleibt, muss die Schule darüber umgehend informiert werden.

Außerdem können Schulleiter nach Rücksprache mit dem Schulträger entscheiden, ob der Unterricht stattfindet oder frühzeitig beendet wird, damit keine Gefahr für Schüler entsteht. Wenn die Schule ausfällt, gilt dies allerdings nur für Schüler, nicht für die Lehrkräfte. Diese müssen in der Schule anwesend sein.

Sturm auch in anderen Ländern

Auch andere europäische Länder rüsten sich für das Orkantief. Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren. Der niederländiche Fußballverband KNVB sagte für Sonntag alle Spiele der Profiligen ab. Die Fluggesellschaft KLM annullierte vorsorglich Dutzende innereuropäische Flüge ab und zum Amsterdamer Flughafen Schiphol.

In Irland und Großbritannien wird für Sonntag mit heftigem Wind und viel Regen gerechnet. Grund ist dort der Sturm "Ciara", der sich über den Atlantik in Richtung Europa bewegt und am Morgen den Nordwesten Irlands erreichen soll. Der irische Wetterdienst warnt vor extremen Winden und Überflutungen in Küstennähe. Dem britischen Wetterdienst (Met Office) zufolge kann es am Sonntag zu Behinderungen im Straßen-, Schienen-, Fähr- und Luftverkehr kommen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. Februar 2020 um 23:25 Uhr.

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