Gewehre vom Typ G36 von Heckler&Koch stehen im Juni 2014 beim Abschiedsappell der 10. Panzerdivision in Sigmaringen vor den Soldaten.

Entscheidung des Verteidigungsministeriums Aus für das G36

Stand: 08.09.2015 12:25 Uhr

Nach immer neuen Pannen hat das Verteidigungsministerium nun entschieden: Das Sturmgewehr G36 in seiner jetzigen Form wird aus dem Verkehr gezogen. Die Bundeswehr soll demnach wahrscheinlich von 2019 an ein neues Gewehr bekommen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will ein neues Sturmgewehr für die Bundeswehr beschaffen und die bisherige Standardwaffe G36 ausmustern. "Wir haben uns im Einvernehmen mit der militärischen Führung für einen klaren Schnitt entschieden", erklärte die Ministerin. "Nach fast 20 Jahren G36 wollen wir eine neue Generation Sturmgewehr für die Bundeswehr beschaffen." Die neue Waffe solle höhere Anforderungen erfüllen als ein punktuell verbessertes G36.

Eine Untersuchung hatte im Frühjahr starke Beeinträchtigungen der Treffgenauigkeit des G36 bei hoher Außentemperatur und im heißgeschossenen Zustand bestätigt. Die Ministerin verkündete daraufhin das Aus für die Waffe in ihrer bisherigen Bauart.

Neue Waffe wohl ab 2019

Unklar war, ob das seit 1996 verwendete Gewehr nachgebessert oder ausgemustert und ersetzt werden soll. Voraussichtlich ab 2019 solle die neue Waffe das G36 nach und nach ablösen, heißt es in einer Unterrichtung der Obleute des Verteidigungsausschusses, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Die aktuellen Anforderungen der Truppe an ein modernes Sturmgewehr gingen weit über die Fähigkeiten des G36 hinaus, heißt es darin.

Unklar ist, wie viele neue Gewehre beschafft werden sollen und wie teuer dies wird. Der Auftrag solle mit dem Ziel ausgeschrieben werden, ein breites Anbieterspektrum zu erreichen. Dies deutet auf eine europaweite Ausschreibung hin. Die Bundeswehr nutzt das G36 von Heckler & Koch bisher als Standardwaffe und hat seit den 1990er-Jahren 180.000 dieser Waffen gekauft.

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