Ein Schild an der Strandpromenade von Wangerooge warnt vor dem Betreten des Strandes nach den Sturmfluten der vergangenen Tage. | Bildquelle: dpa

Wangerooge nach "Sabine" Kaum noch Platz für Strandkörbe am Meer

Stand: 13.02.2020 13:31 Uhr

Der Orkan "Sabine" hat dem Badestrand von Wangerooge den Rest gegeben. Die vielen Sturmfluten spülten den Sand weg. Ob er bis zur Hauptsaison ersetzt werden kann, ist fraglich. Falls ja, wird es teuer.

Ungewöhnlich viele Sturmfluten in Folge von Sturmtief "Sabine" haben den Badestrand auf der Nordseeinsel Wangerooge größtenteils weggespült. "80.000 Kubikmeter Sand sind weg von 100.000", sagte Bürgermeister Marcel Fangohr.

Ob der Sand für das gewohnte Bild vom rund einen Kilometer langen Traumstrand bis zum Sommer wieder aufgefüllt werden kann, ist ungewiss. "So wie der Strand jetzt ist, können wir nicht mal 100 Strandkörbe hinstellen", sagte Fangohr. Rund 1400 stünden dort normalerweise zur Hauptsaison.

Eine Spaziergängerin hilft ihrem Hund an der Abbruchkante des Strandes von Wangerooge. | Bildquelle: dpa
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Aktuell trenne eine Abbruchkante von stellenweise bis zu vier Metern die Promenade vom Strand, so der Wangerooger Bürgermeister Marcel Fangohr.

Sand vom Osten der Insel wird knapp

Der Sand, der in der Sturmflutsaison abgetragen wird, wird mit Sand aus dem Osten der Insel aufgefüllt. In den vergangenen Jahren waren das laut Fangohr 50.000 bis 55.000 Kubikmeter Sand. Doch die Vorräte gingen zur Neige. Die Kurverwaltung hoffe darauf, zusätzlich etwas von Sandbänken in der Nordsee entnehmen zu dürfen, so der Bürgermeister.

Die Gemeinde fordert wegen der Schäden mehr finanzielle Unterstützung für die ostfriesische Insel. Der jährliche Zuschuss des Landkreises Friesland von 100.000 Euro reiche nicht aus, sagte Fangohr. Die Kosten für die Reparatur des weggespülten Hauptstrandes sowie weiterer Schäden durch kleinere Stürme im Vorjahr schätzt er auf rund 300.000 Euro.

Aktuell trenne eine Abbruchkante von stellenweise bis zu vier Metern die Promenade vom Strand. Ab Mitte März sollen die Laster mit Sand rollen, um den Strand wieder aufzuschütten. "4000 Touren über sechs Wochen", so der Wangerooger Bürgermeister.

Karte Wangerooge
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Die vielen Sturmfluten spülten den Strand von Wangerooge weg.

Schwere Schäden und Tote durch Orkan "Sabine"

Orkantief "Sabine" hatte in Deutschland und anderen Teilen Europas teils schwere Schäden verursacht. Im Kreis Freudenstadt in Baden-Württemberg starb ein 69-Jähriger bei Holzarbeiten, als der Stamm eines entwurzelten Baumes auf ihn stürzte. In Nienburg in Niedersachsen starb eine 82-jährige Frau, die von einer Windböe erfasst und auf einer Straße von einem Auto überrollt wurde.

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Sturmtief "Sabine" zieht über Deutschland

Sturmtief Sabine

Sturmtief "Sabine" ist über Deutschland hinweg gezogen und hat überall schwere Schäden verursacht. | Bildquelle: dpa

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Februar 2020 um 08:11 Uhr.

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